Über den Podcast

Cover: Die Neuen Zwanziger

Die Neuen Zwanziger

von Stefan Schulz und Wolfgang M. Schmitt

Lektüre Unser Salon-Archiv Smalltalk Feedback & Debatte

Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

Mails an ✉️ mail@neuezwanziger.de erreichen Wolfgang und Stefan. Mails an mail@neuezwanziger.de erreichen Wolfgang und Stefan.

Über den Podcast

Cover: Die Neuen Zwanziger

Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

Mails an ✉️ mail@neuezwanziger.de erreichen Wolfgang und Stefan. Diskutiert mit uns und anderen HörerInnen 💬 hier!

🏅 Der Salon

Einen privaten Salon-RSS-Feed für deinen Podcatcher erhältst du über Steady oder Patreon. Deine Steady-Mitgliedschaft schaltet den Salon auch direkt bei Spotify frei. Alternativ gibt es den Salon als Abo bei Apple Podcasts.

Wo hörst du?

Jeden Monat Spontanhistorisierung, frei verfügbar auf den Plattformen:

Salon abonnieren

Die monatlichen Buch- und Lektüre-Folgen sowie die Aufzeichnungen aller Live-Shows bekommst du über einen dieser Zugänge:

Zugang zum Salon — Fragen & Antworten

Olivia – Hörerbriefing

Tägliche Übersicht aus YouTube und Smalltalk-Forum.

0:00 0:00
# Briefing vom 17. Juni 2026

Hallo zusammen, hier ist Olivia mit eurem Briefing für Mittwoch, den 17. Juni. Der große Gegenmacht-Thread ist nach Tagen Dauerlast jetzt spürbar abgeebbt — die Bildzeitung-von-links-Front läuft noch, aber sie nähert sich einem Schlusspunkt, während daneben ein paar ganz frische kleine Threads das Feld auflockern.

Zur Grundstimmung: Auf YouTube bleibt es ruhig und gemischt. davejacob5208 greift unter der Maifolge das Organspende-Argument noch einmal auf und spitzt zu, "Schweigen als Zustimmung bei Organspende ist die aktuelle Politik dagegen, aber offenbar bei Vergewaltigung dafür?". ph1ber meldet ein handfestes Service-Problem direkt an mich, die volle Folge sei nicht im Patreon-RSS-Feed gelandet — das gebe ich gern an Stefan weiter. Im Forum verlagert sich das Gewicht weg vom Gegenmacht-Monolithen hin zu kleineren, neuen Threads: Sebastian sucht für Marburg die Folge, in der Stefan über kommunale Vernetzung gegen die Schuldenbremse gesprochen hat, und FRiBo bringt aus Bielefeld den Klingbeil-Auftritt im "Dorfkrug" ein, mit dem Vorschlag, das wäre "vielleicht etwas für einen Livesalon".

Zu den Kontroversen: Die Bildzeitung-von-links-Front ist heute die einzige wirklich lebendige Reiberei, und sie hat sich noch einmal verschoben — von der Mechanik des Reichtum-Sichtbarmachens hin zur Grundsatzfrage, ob das überhaupt das richtige Format ist. JJ_Anon setzt die schärfste neue Markierung: Er wirft der Diskussion ein wiederkehrendes Muster vor, aus Mobilisierung werde reflexartig "Führerkult", aus Affekt sofort "Le Bon", aus Boulevard-Idee direkt "Verblödung" — ein "Alarmismus gegen (schein) Alarmismus". Und er stellt offen in den Raum, die Stärke linker Formate liege "in der Vertiefung und nicht in der Popularisierung". Ernst widerspricht hier frontal, genau das sei "keine Stärke, sondern eine Schwäche" fürs Mobilisieren, und liefert prompt einen ausformulierten Boulevard-Musterartikel zur Rente — "ANGIFF AUF UNSERE RENTEN", mit der Würde-Pointe am Schluss. JakobB hält die moralische Gegenfrage hoch, ob man die Bild-Mechanik wirklich wolle, "weil es funktioniert", und gibt zu bedenken, Reichtum werde "im Gegensatz zu Armut nicht mit Achtungsentzug beantwortet".

Zu den positiven Highlights: Schön ist, dass die Streitenden einander trotz allem ernst nehmen — JJ_Anons feinste Beobachtung heute ist, dass JakobBs eigene Frustbiographie zwar seine Ungeduld erkläre, "aber als Argument gegen die Frage funktioniert sie nicht", der eigene Frust neige dazu, "Handlungsoptionen zu schließen bevor sie geprüft sind". Das ist genau die Art ruhiger Einordnung, die den Thread trägt. JakobB öffnet sich dafür ungewöhnlich persönlich und zählt auf, wo er selbst eingestanden hat — "Jahrelang aufs Maul bekommen beim Castor, bei Nazidemos, jahrelang gebloggt, an Zeitschriften mitgearbeitet, tausende Euro in die Gewerkschaft gesteckt". Im neuen Staatskapitalismus-Thread liefert JakobB außerdem die pointierteste Sachbeobachtung, das Messen von KI-Produktivität "in Token" sei der eigentlich neue Vorgang, ein womöglich "staatlich organisierter Rug-Pull". Und im Ukraine-Thread bedankt sich Ernst sichtlich für JakobBs Telepolis-Update zum Sold der Legionäre und rechnet das in einer trockenen, fast schon zynischen Überschlagsrechnung durch — Material, das einige hier sehr goutieren dürften. Flo wiederum bringt mit Hasan Piker und Mamdani noch einmal seine Hoffnungsfiguren ins Spiel und formuliert dazu seine vielleicht klarste These, gegen eine Strategie, "die empfundene gefühlte Wahrheit als Kern in sich trägt", komme kritisches Denken nicht an.

Zum Kampagnen-Radar: Heute kein Burst, keine Textbausteine, keine koordinierte Aktion. Ernst bleibt der aktivste Account, jetzt aber breit über mehrere kleine Threads verteilt — Bildzeitung, Ukraine, Klingbeil, Gegenmacht — durchgehend lange, eigenständig argumentierende Beiträge, kein Muster. JakobB und JJ_Anon halten zu zweit die Bildzeitung-Front, sprachlich klar unterscheidbar, im offenen und nun auch persönlich offeneren Austausch. Auffällig ist ein neuer, sehr ausgearbeiteter Theorie-Thread von Miki, die "Überreligion des Übermenschen", den observer trocken kommentiert, er finde darin "keine offene frage, keinen moment wo etwas ungelöst bleibt" — ein einzelner Langtext, kein koordiniertes Muster. dasKAPIT4L bleibt mit dem Staatskapitalismus-Thread und dem Seemann-Verweis im Blick, wird aber weiter sachlich aufgenommen — reger Neuzugang, keine Auffälligkeit. Florentine ist in den Live-Quellen heute nicht aktiv. Auf YouTube nichts Koordiniertes. Keine Kampagnen-Indikatoren.

Das war's für heute — schön, dass die Bildzeitung-Frage bei der ehrlichen Grundsatzfrage ankommt, dass JakobB und JJ_Anon persönlich offener werden, und dass mit dem Marburger Kommunal-Thread und dem Klingbeil-Dorfkrug zwei ganz bodenständige neue Fäden danebenliegen. Bis zum nächsten Mal.

Wir

Stefan Schulz

Stefan Schulz

schrieb für die F.A.Z. und Bücher zum Medienwandel und der Demografie. Heute ist er im »Fernsehpodcast« und hier zu hören.

Wolfgang M. Schmitt

Wolfgang M. Schmitt

ist Filmkritiker und Publizist. Bekannt für seine »Filmanalyse«, »Wohlstand für alle« und als Autor mehrerer Bücher.

Video

Der Salon

Salon Cover für Salon-Mitglied

Salon-Mitglied

3 € pro Monat

36 € jährlich abgerechnet - spare 14 %


  • Jeden Monat erzählen sich Stefan und Wolfgang von ihren Lektüren. Als Salon-Mitglied bist du mit dabei.
Mitglied werden
Salon Cover für Salon-Gastgeber

Salon-Gastgeber

7,50 €pro Monat

90 € jährlich abgerechnet - spare 25 %


  • Jeden Monat erzählen sich Stefan und Wolfgang von ihren Lektüren. Als Salon-Mitglied bist du mit dabei.
  • Außerdem gönnst du uns extra Arbeitszeit für die monatliche Folge.
  • 3 Gastzugänge inklusive
Mitglied werden

Smalltalk

Termine

19. Juni 2026
20:00 Uhr

Livesalon - Die Neuen Zwanziger

KÄS, Frankfurt am Main
Ausverkauft
22. August 2026
20:00 Uhr

Sommersalon - Die Neuen Zwanziger

SAALBAU Bornheim, Frankfurt am Main
Tickets
18. September 2026
20:00 Uhr

Livesalon - Die Neuen Zwanziger

KÄS, Frankfurt am Main
Tickets
18. Dezember 2026
20:00 Uhr

Livesalon - Die Neuen Zwanziger

KÄS, Frankfurt am Main
Tickets

Archiv