Salon

Wir lesen10/2021Adam Tooze, Finanzmarxt, Containerschifffahrt, Münklers Weltordnung, Sloterdijks Samthandschuhe

Corona hat die Welt mitgerissen. Alle Länder reagierten auf die Pandemie, 95 Prozent der Wirtschaft war von ihr betroffen. Eine Millionen Menschenleben zu retten bedeutet einen ökonomischen Benefit von 10 Billionen Dollar. Es sind atemberaubende Rechnereien, die uns Adam Tooz in seinem Buch vorstellt. Dabei sind die Zahlen eher nebensächlich, es geht ums Prinzip. Die Rezession betrifft vor allem die Frauen, es ist eine „Shesession“. Amazon wurde defacto öffentlicher Dienst. Die Zentralbanken wurden die tatsächlichen politischen Akteure. Aber es ist bislang alles nochmal gut gegangen. 2008 standen schon einmal die Derivate auf dem Spiel. Daraus hat man gelernt. Als nicht nur ihre Verbriefung, sondern die Wirtschaftswelt selbst in den Strudel gezogen wurde, konnte gezahlt werden. Eine Million Dollar Sekunde, bis 14 Billionen Dollar ausgegeben waren. Die FED wurde zur Zentralbank der Welt. Und Europa? Das hat sich gut geschlagen, doch wenn es bleibt wie es ist, werden wir abgemeldet. Adam Tooze erklärt uns, wie wir uns endlich neu aufstellen könnten, wenn wir politisch wollten.

Komm’ in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der Gästeliste ein.

Weiterlesen

avatar
Wolfgang
avatar
Stefan
avatar
Mathias
Episode

Wir lesen09/2021State of the EU, Gabby Petito, Nato, Facebook Files, China, Zwickau

Merkel galt als unsere Mutti, Xi Jinping ist der strenge Vater. Keine Videospiele! Ordentlich Hausaufgaben machen! Gut wirtschaften! In China wird nun durchgegriffen, während die Fundamente etwas wanken. In Europa hielt Ursula von der Leyen ihre zweite State of the Union Adress. Auch ihr Ton ist schärfer. Rechtsstaatlichkeit ist nun eine Budget-Frage, Zwangsarbeit wird nicht mehr geduldet und alle sollen an der Pressefreiheit arbeiten. Währenddessen lassen die Beteiligten offen, ob sie überhaupt wehrfähig sind. Der Nato mangelt es derzeit an fast allem. Da sind fehlende Bekenntnisse der Linkspartei fast zu vernachlässigen.

Ebenso wild ist das Netz. Das Wall Street Journal veröffentlichte nun die „Facebook Files“. Damit ist belegt, was man sich schon dachte: Facebook schadet seinen Nutzern. Facebook weiß es, bleibt aber doch am Profit kleben. Eine traurige Annekdote auch dieser Misere ist der Tod von Gabby Petito. Was mit ihr geschah, ist noch unklar. Es ist die Gelegenheit für das Netz, aufzublügen. Fan-Fiction überall. Lösen wir also noch eins der drängenden Rätsel: Wie viele junge Frauen passen in einen Trabi? Viele. Und wie lösen wir die Klimakrise? Das lässt sich ausrechnen. Wir nehmen heute die FDP beim Wort und sehr ernst. Die Partei hat einen Weg gefunden, die Klimaziele einzuhalten – man sollte ihn gehen. 😉

Komm’ in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der Gästeliste ein.

avatar
Wolfgang
avatar
Stefan
avatar
Mathias
Salon

Wir lesen09/2021Inside Facebook, Werner Herzog, Greenwashing, Taiwans Internet, Zement, Steuern

Facebook sei das „folgenreichste gesellschaftliche Experiment unserer Zeit“, das russische Hacker zu den mächtigsten Redakteuren im amerikanischen Präsidentenwahlkampf gemacht habe. Das sind harte Vorwürfe von Sheera Frenkel und Cecilia Kang. Ihr Buch „Inside Facebook“ liest sich aber doch nicht wie eine Anklageschrift, sondern ist trockene Historie des Unternehmens. Ein gutes Buch, von dem wir uns allerdings mehr Kommentierungen gewünscht hätten. Aber so wird in Amerika geschrieben und verhandelt. Werner Herzog hat nach Jahrzehnten wieder ein Buch geschrieben, weil ihm ein Film offenbar nicht reichte. Es geht um den Dschungel und Krieg, da kennt er sich aus. Seinen Protagonisten wollte er noch lieber treffen als den japanischen Kaiser.

Tariq Fancy arbeitete bei Blackrock an Nachhaltigkeit. Nun wirft er dem Unternehmen Heuchelei mit Greenwashing vor und ruft nach dem Staat. Wie dringend nötig die Politik beim ökonomischen Klimawandel ist, zeigt die Zementbranche. Alle wollen bauen, niemand hat Lust auf Experimente. Nur Wasser verbrauchen wir mehr als Zement. Nichts versaut das Klima so sehr wie der Baustoff, der dringend ein Upgrade erhalten muss. Zukunft lässt sich falsch verstehen. In San Salvador ist Bitcoin nun reguläres Zahlungsmittel. Zukunft richtig verstanden, heißt mehr Internet. Audrey Tang ist Digitalministerin in Taiwan. Sie hat noch zeit zu programmieren und nutzt sogar Facebook, als Browser ohne algorithmische Störungen.Wem das mit der Zukunft zu kompliziert ist, sollte zuhause aufräumen. Wir geben eine kleine Handreichung zum Raumgewinn zuhause.

Komm’ in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der Gästeliste ein.

Weiterlesen

avatar
Wolfgang
avatar
Stefan
avatar
Mathias
Episode

Wir lesen08/2021Afghanistan, Inflation, Onlyfans, Wohnen, Lieferketten, Bundestagswahl

Wenig ist so kompliziert, wie eine gut geölte Lieferkette. Funktioniert sie gut, bekommt man es fast nicht mit. Hakt es, droht politische Aufruhr, Inflation und Arbeitslosigkeit. Was Corona durcheinander brachte, wir nun langsam repariert, oder aussortiert. Wir gehen es heute durch, die Notenbanker haben sich geäußert, sie sprachen auch über das viele Geld. Das allerdings, gibt es nur bei den Superreichen, während der Rest stagniert – aber alle eine Wohnung brauchen. Wir begutachten den Häusermarkt in Deutschland in Amerika. Die Preise sind auf Rekordhöhe. Dennoch muss die Inflation der Vermögenswehrte nicht den Normalmenschen ihre Bleibe nehmen, der Staat kann es regeln, wenn er will. Wir besprechen das Ulmer Modell, wo der kommunale Gemeinderat einfach den Markt aushebelt und an seine Stelle die Demokratie platziert.

Dass in Afghanistan wenig gut ist, wissen wir seit vielen Jahren. Jetzt ließ es sich aber nicht länger verschleiern. Das politische Davonschleichen hat nicht geklappt. Der teuerste Krieg der Geschichte war vergebens und hat den Westen abgemeldet. Doch wer regiert nun dort? Wir besprechen das neue Kräfteverhältnis in der Region, soweit wir darin Einblick haben.

Zudem reden wir über Onlyfans. Die Plattform gilt als Safe-Space für Pornodarsteller, die dort ihr Publikum finden. Nun wollten die Betreiber aus ihrer Plattform einen Safe-Space für Werbebotschaften machen. Der erste Versuch allerdings ging daneben. Dass im September Bundestagswahl ist, wissen wir. Nur gibt es nicht allzu viel dazu zu sagen. Die Kräfteverhältnisse sind, wie sie sind. Die Demoskopie klärt uns noch nicht gut auf, sie heizt aber ordentlich an. Gleich zubeginn reden wir über das Ende der Corona-Pandemie. Zumindest fordern wir es, weil es so aussieht, als könnten wir so langsam politisch über die Lage entscheiden.

Komm’ in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der Gästeliste ein.

avatar
Wolfgang
avatar
Stefan
avatar
Mathias
Salon

Wir lesen08/2021Wolfgang Streeck, Apothekendesign, Mark Milley, Der Untertan, Frau Merkel, Mark Blythe

Globalismus hier, Demokratie dort. Diesen Widerspruch kennt man aus den laufenden, wilden Debatten, mit genau diesen, inzwischen Kampf-Begriffen. Doch es geht auch gemäßigt und gewinnbringend, wenn man weiß, wie man Wolfgang Streecks Buch zur politischen Ökonomie im ausgehenden Neoliberalismus lesen kann. Nämlich ebenso inspirativ wie informativ. Mit seiner Lektorin hat er Kampfsport betrieben, mit seinem Leser kämpft er auch. Wir besprechen es im Detail, und lassen am Ende offen, wie viel Bewusstsein beteiligt werden muss, wollten wir die Welt gegen Entdemokratisierung und Klimawandel verteidigen. In der deutschen Tradition steht schließlich beides: Die gut gemeinte Aufklärung, die uns nochmal ins Zentrum von allem rückt und die eiskalte Abklärung, die sich um gut/schlecht nicht mehr kümmert.

Ganz anders in der Körperpflege. Wir wollen schön und gesund sein, also brauchen wir schöne und gesund aussehende Kosmetik. Wer was auf sich hält, verpackt sie in Apothekenästhetik, auch wenn Apotheken heute kein braunes Glas mehr zeigen, sondern nur noch bunte Werbeflächen sind. Es passt alles ins Bild. Etwas übertrieben hat Donald Trump in seinem letzten Amtsjahr. Wir lesen aus den ersten Chroniken, die nun vorliegen und befassen uns vor allem mit Mark Milley, der den Laden am Ende zusammenhielt. Amerika bleibt trotz allem weiter Sehnsuchtsland, auch für Menschen aus Indien.

Dass Tiktok uns allen nicht gut tut, ahnen wir schon. Wie die Mechanik funktioniert wird nun allmählich geklärt. In die digitale Debatte mischt sich auch Edward Snowden wieder ein. Wir sind alle nicht sicher und daran wird sich auch erstmal nichts ändern.

Komm’ in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der Gästeliste ein.

Weiterlesen

avatar
Wolfgang
avatar
Stefan
avatar
Mathias
Episode

Wir lesen07/2021Franziskus‘ Eingebung, Xis Rede, Yarmuths Geld, vdLeyens Motiv, Flutwellen

Für manche Dinge wird die Zeit einfach reif. Die KP Chinas ist 100 Jahre alt, also feiert Xi mit einer großen Rede seinen Erfolg. In Europa schlägt sich der Klimawandel in Jahrhundertfluten nieder, die aber nicht langsam steigen, sondern aus den Bergen kommen. Das alles erfordert Zeitenwenden, die spätestestens dann eingeläutet werden, wenn Preisschilder aufgehängt werden. So wenig wie man vor der Flut adäquat warnen konnte, so einfach lässt sich die Misere als Versicherungsschaden wegverwalten. Die Dinge werden sich verändern.

Amerika ist schon mitten drin im Wandel. Während Joe Biden gerade das nächste Billion-Dollar-Gesetz unterschreibt, sitzt der Haushalts-Chef des Abgeordnetenhauses, John Yarmuth im Fernsehen und erklärt und Zuschauern und Wählern, dass der Staat mehr Geld hat, als die Bürger aufsummiert, nämlich so viel, wie er will. Wir vergleichen das mit der deutschen Debatte. Hier werden im Fernsehen Spendenmarathons gesendet, um in der Eifel Trockner aufstellen zu können. Das ist politische Irreführung, moderiert von der Nachrichtenredaktion der ARD…

Dass Milliardäre ins All fliegen, ignorieren wir dabei ein wenig. Wir sprechen über die Transgender-Gesetze, die Deutschland wie eine Bananenrepublik aussehen lassen und wir hängen uns an eine amerikanische Argumentation die schlussfolgert, die Babyboomer seien, wenn auch nicht einzeln, gemeinsam doch alles Soziopathen. Sie haben den Planeten ökonomisch und ökologisch ausgezehrt. Nun gilt es, eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft aufzubauen, und die alte Gesellschaft abzubauen. Die Europäische Komission hat ihre Pläne dazu vorgestellt. Wir fragen uns, wo die Motivation dazu genau herkommt.

Komm’ in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der Gästeliste ein.

avatar
Wolfgang
avatar
Stefan
avatar
Mathias
Salon

Wir lesen07/2021Move, Baerbocks Buch, 100 Jahre KP, Radikale Zärtlichkeit, New India, Kunst zuhause

Länder, die sich heute noch gegen Migrationsströme wehren, werden es morgen bereuen. Parag Khanna ist da, trotz offener Zukunft, eindeutlich und er formuliert es klar. Migration ist kein Problem. Kanada importiert regelrecht Menschen. Allein die USA brauchen eine halbe Million Menschen pro Jahr, für ihre Wirtschaft. Japan erwacht langsam. Bislang trieb die Industrialisierung und Krieg/Frieden die Menschen umher, ab jetzt ist es das Klima. Milliarden Menschen werden auf Heimatsuche sein. Migration ist Schicksal. Selten kam uns ein Buch unter, dass so deutlich globalistische Position bezieht und die ganze Menschheitsgeschichte als Ausgangspunkt nimmt. Aber es ist, wie es ist. Wenn weiter nichts passiert, werden Europas Dörfer zu Friedhöfen und die Metropolen im Meer versinken.

Selbst der thematische Fokus auf Indien wirkt dagegen klein, trotz der Gewalt die das Land mit sich bringt. K.S. Kornereddi hat ein alarmierendes Buch über das neue Indien geschrieben. Modi, wie konnte es dazu kommen? Da wirken wiederum unsere aktuellen Sorgen überschaubar. Wir begutachten Annalena Baerbocks Buch, lassen die Plagiats-Schnellschüsse aber links liegen. Das Genre Kandidatenbuch bringt immer Stolpersteine mit, liefert aber auch politische Programatik. Dass nun sogar die Börsenzeitung Chefvolkswirte schreiben lässt, Deutschland habe gar kein Schuldenproblem, zeigt, dass neue Zeiten eingeläutet werden. Die Schweiz will sich weiter abnabeln. Die Kommunistische Partei feiert 100jähriges Bestehen. Wir fragen nach der neuen Liebe, die nun Zärtlichkeit heißt und radikal sein soll und umgeben unsere Zuhause mit Kunst, zumindest lesen wir ein ganz kurzes Handbuch dazu.

Komm’ in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der Gästeliste ein.

Weiterlesen

avatar
Wolfgang
avatar
Stefan
avatar
Mathias