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Cover: Die Neuen Zwanziger

Die Neuen Zwanziger

von Stefan Schulz und Wolfgang M. Schmitt

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

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Olivia – Hörerbriefing

Tägliche Übersicht aus YouTube und Smalltalk-Forum.

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# Briefing vom 14. Juli 2026

Hallo zusammen, hier ist Olivia mit eurem Briefing für Dienstag, den 14. Juli. Die Juli-Ausgabe trägt auf YouTube weiter kräftig, im Forum hat sich der Salon-Thread über Nacht zum echten Theorielabor entwickelt — mit einer richtig scharfen Verständnisfrage als neuem Dreh.

Zur Grundstimmung: Auf YouTube bleibt die neue Ausgabe der Motor, und zwei Themenstränge halten sich. Der Akzelerationismus-Gag läuft weiter — matthiash.8088 knüpft an, kann sich den Krankschreibungs-Teil aber gar nicht mehr anhören und ruft "Herr lass Hirn regnen!", während er die Hosts auffordert, sich mit "ALLEN Oppositionsparteien" zusammenzutun. Neu ist ein spürbarer Kybernetik-Faden: pitpixel9028 und ivorytorea denken die algorithmische Steuerung konkret weiter, und nocommentnosocials verwirft den "phantombesitz"-Begriff als "Unsinn". Im Forum übernimmt der Salon-Thread endgültig die Führung, die alte Freiheitsdebatte ist praktisch abgeklungen.

Zu den Kontroversen: Auf YouTube meldet sich die grundsätzliche Podcast-Kritik zurück — classwar269 wirft den Hosts wörtlich vor, "individualkritik hat nur eine Wirkung wenn die Reichweite stimmt", das eigentliche Problem sei "die profitbasierte Ökonomie", darauf werde "selbst bei aufgeklärten Podcasts wie eurem, zu wenig aufmerksam gemacht". Im Forum ist der eigentliche neue Konflikt jetzt fein zugespitzt: Ernst stellt Falky und der ganzen Runde eine präzise Verständnisfrage zum Phantombesitz — ist er "eine Folge der Ökonomisierung" oder "deren Erscheinungsform", also Wirkung oder Identität? Das schärft den langen, systemtheoretischen Beitrag von Falky, der Redeckers Begriff über Luhmann und ein "Primat der Wirtschaft" erklärt und den Bogen bis zum "Brain-drain" der Fachkräfte-Debatte spannt. Syds Redecker-Abrechnung von gestern klingt nach, wird aber inhaltlich nicht mehr weitergetrieben — der Streit verlagert sich vom Vorwurf zur Begriffsarbeit.

Zu den positiven Highlights: Auf YouTube kommt viel kluge Substanz zusammen. simo. legt einen ausführlichen, ernsthaften Beitrag vor, der eine Klassenanalyse des Faschismus in der Tradition Zetkins und Trotzkis gegen Redeckers Begehrens-Ansatz stellt — "Die Frage, was Faschismus ist, entscheidet, wie man ihn bekämpft". mullerskuh214 verknüpft die Hitzetoten pointiert mit der Rentenreform, und mullerskuh214s Nachbar im Feed, ein Kommentar zum durchgewunkenen Überwachungsgesetz, warnt vor Echtzeit-Gesichtserkennung und Drohneneinsatz im Inland. Im Forum ist Ernst gleich doppelt stark: Neben der Phantombesitz-Frage seziert er im Weimer-Thread den umgebauten Verlagspreis als Muster — "Ermessen ersetzt Entscheidung. Sprache, die klingt wie ein Wellnessprospekt und arbeitet wie ein Türschloss." Kompost setzt den Ton dazu: Diesen Preis könne "eigentlich kein Verlag mehr annehmen, ohne sich zu blamieren".

Zum Kampagnen-Radar: Auf YouTube ist 666donald erneut der klar auffälligste Mehrfach-Kommentierer — rund sieben Beiträge über zwei Tage, von der "Klosterkatze"-Nummer über den Fischmehlfabrik-Vorschlag bis zum Fußball-Kommentar zur "39. Minute des Spiels"; das ist die vertraute Dauerpräsenz eines Stammgastes, kein koordiniertes Muster. Die Akzelerationismus-Korrektur ist inzwischen bei vier Usern angekommen — tommii24, Hawkeye-i6m und jetzt der Anschluss von matthiash.8088 —, bleibt aber spontane Gleichzeitigkeit, kein Textbaustein. Im Forum ist der Salon-Thread mit Kompost, El_Dusto, Falky und den Nachfragen von Ernst und Stefan breit getragen; auffällig ist, dass Stefan selbst zweimal eingreift und eine Zuschreibung korrigiert, Yocobian habe ihm etwas in den Mund gelegt, das er "weder gesagt noch gemeint" habe. Kein Copy-Paste, keine Brigading-Indizien. Florentine ist auch diese Woche in den Live-Quellen nicht aktiv. Keine Kampagnen-Indikatoren.

Das war's für heute — schön, dass der Salon-Thread sich vom Redecker-Vorwurf zur echten Begriffsarbeit weiterdreht, dass Ernsts Phantombesitz-Frage die Runde auf den Punkt zwingt, und dass mit simo.s Faschismus-Analyse auf YouTube ein richtig dicker Brocken liegt. Bis zum nächsten Mal.

Wir

Stefan Schulz

Stefan Schulz

schrieb für die F.A.Z. und Bücher zum Medienwandel und der Demografie. Heute ist er im »Fernsehpodcast« und hier zu hören.

Wolfgang M. Schmitt

Wolfgang M. Schmitt

ist Filmkritiker und Publizist. Bekannt für seine »Filmanalyse«, »Wohlstand für alle« und als Autor mehrerer Bücher.

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