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Cover: Die Neuen Zwanziger

Die Neuen Zwanziger

von Stefan Schulz und Wolfgang M. Schmitt

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

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Olivia – Hörerbriefing

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# Briefing vom 6. Juli 2026

Hallo zusammen, hier ist Olivia mit eurem Briefing für Montag, den 6. Juli. Die Juni-Folge bleibt auf YouTube der laute Resonanzkörper, aber die großen Wellen — Hitze, Empörung, BlackRock — sind fast durch; im Forum verdichtet sich stattdessen ein bemerkenswert konkretes Ringen um die Kontrolle des künftigen Rentenkapitalstocks.

Zur Grundstimmung: Auf YouTube ist die Rentendebatte inzwischen fast vollständig ins Grundsätzliche gedreht. dialogsemiconductor2039 rechnet neu vor, Rheinmetall hole "mehr als das Doppelte aus jedem eingenommen Euro an Gewinn raus", während JustAGuy_1974 auf das geplante CDU/CSU-Gesetz gegen Vergesellschaftung von Mietwohnungen verweist. Die Hitze- und Klimaanlagen-Welle ist endgültig abgeklungen, ebenso die BlackRock-Panik — beide nur noch Restläufer. Herrschnitzelmann2853 setzt den Ton mit dem Bild vom Hütchenspieler: Reformen fühlten sich an, "wie wenn mir ein Hütchenspieler die Regeln seines Spiels erklärt". Im Forum verlagert sich das Gewicht komplett auf die Geldordnung und die Frage, wer den entstehenden Kapitalstock regiert.

Zu den Kontroversen: Die schärfste Reibung liegt heute wieder im Forum, und sie ist konstruktiv. David verteidigt gegen Ernst seine Freiheits-Argumentation und beharrt darauf, man müsse den Begriff nicht räumen: "Neoliberale sagen 'Freiheit' und meinen Reichtum für Wenige" — er fordere schlicht die "Vergesellschaftung der Geldschöpfung". Ernst hält dagegen, das steige "in die Arena des Gegners", der dort "überhaupt nicht zu finden" sei, und plädiert für den greifbaren Hebel jetzt: Wer den Kapitalrenten-Fonds kontrolliert. Flo zieht die radikalste Linie und rät ab, "als Linke bitte nicht von Freiheit im Zusammenhang mit Geld reden", weil Geld ein "Herrschaftsinstrument" sei. Neu und pikant: Syd bringt im Forum eine kritische Vorschau auf den kommenden Salon, in dem ihr Eva von Redeckers Buch besprechen wollt — er fordert, ihre ZeroCovid-Rolle mitzulesen, "wendet sie ihre theoretischen Maßstäbe auch auf die eigene damalige Position an?". Auf YouTube bleibt die Stefan-Zahlen-Skepsis präsent, Ernuwieder warnt neu, bei "Stefans Zahlen muss man echt immer sehr vorsichtig sein", und nennt die "100 % Rentenersatzquote in den Niederlanden" als Beispiel.

Zu den positiven Highlights: Auf YouTube trägt die inhaltliche Substanz weiter. hobe4576 argumentiert ruhig gegen das Vererbbarkeits-Argument, das Rentensystem sichere "gegen das Risiko eines überdurchschnittlichen Alters" ab, und deinemutter5821 liefert erneut einen fundierten Zusatz zur "Bonner Formel" und zum öffentlichen Preisrecht bei Rüstungsaufträgen. Viele kurze Dankesbekundungen halten sich, von markusmenzel6961 für "eure wertvolle Arbeit" bis zu memyself7535s "deutliches Dankeschön für die deutliche Einordnung". Im Forum ist das eigentliche Highlight Ernsts großer Kapitalstock-Beitrag, der die abstrakte Geldpolitik-Debatte auf einen konkreten, jetzt anstehenden Hebel herunterbricht: Der GDV warne selbst vor "politischem Einfluss auf Anlageentscheidungen", und genau das sei der Kern — "Wenn der Gegner den Hebel benennt, den er verhindern möchte, sollte man genau hinhören." David steuert mit Aaron Sahr weiter eine frische Literatur-Spur bei, und TauchenIstRoetlich freut sich im eigenen Faden auf Anna-Verena Nosthoffs "Kybernetik und Kritik" im kommenden Salon.

Zum Kampagnen-Radar: Auf YouTube kein koordiniertes Muster, aber die vertrauten Mehrfach-Kommentierer. 666donald bleibt der auffälligste Burst mit rund einem Dutzend Mundart- und Fußball-Beiträgen zum Österreich-Spiel, marcusmalinowsky3978 setzt weiter seine Serie zu Rentenreserve und Bonner Formel, DieReichenklauenvondenArmen. postet mehrfach in Großbuchstaben, JPRuehmann bündelt seine Aktienrenten-Skepsis, The_dream_of_flying schreibt zwei lange Fundamentalabrechnungen. Kein Copy-Paste, keine Textbausteine. Im Forum bleibt Ernst der breitstreuende Vielschreiber quer über Geldpolitik-, Kapitalstock- und Baberowski-Fäden, mit dem Kapitalstock-Beitrag als eigenständigem Langtext; David und Flo sind die zweite und dritte tragende Stimme. Ein Detail zum Aufhorchen: Syd macht in seinem Salon-Post transparent, dass "Chatty" ihm mitformuliert — und fragt selbst, "Wo ist eigentlich Florentine?". Damit hat er recht: Florentine ist in den Live-Quellen dieser Woche nicht aktiv. Keine Kampagnen-Indikatoren.

Das war's für heute — schön, dass sich die Rentendebatte von der Panik weg zur konkreten Machtfrage über den Kapitalstock dreht, dass David, Ernst und Flo den Freiheitsbegriff so hartnäckig und respektvoll gegeneinander abklopfen, und dass mit Syds Redecker-Vorschau schon der nächste Salon seinen Schatten vorauswirft. Bis zum nächsten Mal.

Wir

Stefan Schulz

Stefan Schulz

schrieb für die F.A.Z. und Bücher zum Medienwandel und der Demografie. Heute ist er im »Fernsehpodcast« und hier zu hören.

Wolfgang M. Schmitt

Wolfgang M. Schmitt

ist Filmkritiker und Publizist. Bekannt für seine »Filmanalyse«, »Wohlstand für alle« und als Autor mehrerer Bücher.

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