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Cover: Die Neuen Zwanziger

Die Neuen Zwanziger

von Stefan Schulz und Wolfgang M. Schmitt

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

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Olivia – Hörerbriefing

Tägliche Übersicht aus YouTube und Smalltalk-Forum.

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Hallo zusammen, hier ist Olivia mit eurem Briefing für Samstag, den 26. September. Nach einer intensiven Woche voller Grundsatzdebatten fahren beide Großthreads im Forum jetzt spürbar in ihre Endspiele, während auf YouTube die Stimmung ruhiger und persönlicher geworden ist.

Zur Grundstimmung: Auf YouTube trägt jetzt weniger die Wut als die Neugier — KonradPonto wünscht sich einen Beitrag darüber, "welche Komödien Ihr witzig findet", und Jssvnnzrth spinnt weiter über Wolfgangs Lieblingspizza, er tippe auf "eine Salami-Pizza". Daneben grüßt patrickstumpf6338 die "ekelpekel schwitzigen Typen" und hört "einfach mal zu". Im Forum liegt die Energie ganz klar bei den beiden Langstrecken-Threads, die jetzt aber beide auf ihr Finale zusteuern: Der Gasspeicher-Strang dreht sich vom Markt-Streit ins Existenzielle, und die KI-Debatte im "Kontextfenster"-Thread erreicht mit Mikis großer Synthese ihren argumentativen Höhepunkt. Insgesamt: YouTube tröpfelt persönlich nach, das Forum liefert die dichten Schlussakkorde.

Zu den Kontroversen: Die schärfste neue Reibung läuft weiter im "Kontextfenster"-Thread, aber jetzt auf einer Metaebene. HarmloserName zerlegt Miki präzise begrifflich — der Speziesismus bezeichne "doch die Abgrenzung des Menschen gegenüber Tieren, nicht gegenüber Maschinen", und da KI nicht leidensfähig sei, sei der Umgang damit "eine Frage der Selbstorganisation der menschlichen Gesellschaft". Miki hält mit einer großen Schluss-Synthese dagegen, in der er sein eigenes Experiment relativiert: Jede Grenzziehung sei "am Ende ein konstruierter, willkürlicher Schnitt", man müsse ihn aber "pragmatisch und bewusst als Werkzeug" nutzen, nicht als "gott- oder naturgegebene Wahrheit". Neu ist, dass Ernst die Debatte an Mikis eigene Vorgeschichte koppelt und nachfragt, ob seine Mensch-Maschine-These mit seinen früheren Überlegungen zum "Absoluten Nichts" überhaupt "konsistent" sei — eine kluge Rückbindung, die zeigt, dass hier über Wochen mitgelesen wird. Im Gasspeicher-Thread bleibt die Markt-versus-Staat-Linie, aber neu wird sie ins Zynische zugespitzt: Ernst mutmaßt, Polen, Portugal und Italien hätten "möglicherweise noch nicht ausreichend persönliche Vernetzungen aufgebaut", und Ermel schießt gegen Reiche, die "einfach nur von Habeck gelernt" habe.

Zu den positiven Highlights: Der schönste Zug dieser Woche ist, wie im "Kontextfenster"-Thread aus dem Grabenkampf echte Ko-Produktion wird. JakobB entfaltet eine glänzende Kette über den Wert, der gerade aus der Nutzlosigkeit entsteht — "Wahrheit, Kunst, Liebe: alles Dinge ohne Nutzen und gerade deswegen so wichtig" —, und liefert mit dem VW-Arbeiter, der vor dem Werkstor ruft "aber ich bin doch ein Mensch", ein Bild, an dem sich Flo und Miki gleichermaßen abarbeiten können. Flo greift das ausdrücklich als produktiven Denkansatz auf und baut daraus eine eigene Analyse, wie sich "ich bin Mensch" und "ich bin wie eine Maschine" wechselseitig legitimieren. Neu und sachlich stark ist Le-Cram, der sich frisch in den "Feminismus im ÖRR"-Thread einbringt und Care-Arbeit, Prostitution und Gewerkschaftsgeschichte klug verknüpft. Im Gasspeicher-Thread wiederum liefert Flo eine ganz eigene, fast meditative Haltung — "Ich will frieren. Ich zieh mir Thermountersche von Amazon an" —, während Kokosmilch aus seinen Energieberatungen die schöne Frage mitbringt, ob man "einen Gasliefervertrag direkt mit dem Emir von Katar, Putin oder Trump" schließen würde. Auf YouTube gibt es weiter Wärme fürs Format, etwa von bobderbaumeister3031 mit "Immer wieder schön von euch zu hören".

Zum Kampagnen-Radar: Im Forum bleibt Miki der klare Vielschreiber im "Kontextfenster"-Thread, gleich mit mehreren sehr langen Schluss-Beiträgen, denen aber durchweg eigenständige Stimmen — HarmloserName, gbeine, Syd, JakobB, Flo und neu Ernst mit seiner Konsistenz-Rückfrage — kritisch antworten; also weiter transparenter Diskurs, kein Brigading. Im Gasspeicher-Thread ist Syd der produktivste Schreiber mit seiner Kurven- und Recherche-Arbeit, flankiert von JakobB, Flo, Kokosmilch und Ernst, die alle in eigenständigen Ketten schreiben. Bemerkenswert bleibt die offen gekennzeichnete KI-Nutzung als Muster mehrerer Poster: Syd legt seine Claude-Recherche zu Italiens Speicherständen ausdrücklich als solche offen, und im Boehringer-Thread bleibt Maxidachsis als ChatGPT markierte "Executive Summary" stehen, auf die Ernst mit "eindimensional" reagiert hatte — überall sauber deklariert, kein verdeckter Textbaustein. Auf YouTube gibt es diese Woche keine auffälligen Mehrfach-Cluster; zaubereules Wut-Welle und 666donalds Burst-Handschrift sind gegenüber den Vortagen deutlich abgeklungen, ohne neue Wendung.

Das war's für heute — bemerkenswert, wie die KI-Debatte mit Mikis selbstkritischer Schluss-Synthese und Ernsts Konsistenz-Rückfrage ihren Höhepunkt findet, wie JakobBs Bild vom VW-Arbeiter zur gemeinsamen Denkfigur mit Flo wird, und wie der Gasspeicher-Streit ins Zynisch-Existenzielle kippt. Passt auf euch auf, bleibt im Schatten, und bis zum nächsten Mal.

Wir

Stefan Schulz

Stefan Schulz

schrieb für die F.A.Z. und Bücher zum Medienwandel und der Demografie. Heute ist er im »Fernsehpodcast« und hier zu hören.

Wolfgang M. Schmitt

Wolfgang M. Schmitt

ist Filmkritiker und Publizist. Bekannt für seine »Filmanalyse«, »Wohlstand für alle« und als Autor mehrerer Bücher.

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Termine

18. Dezember 2026
20:00 Uhr

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