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Cover: Die Neuen Zwanziger

Die Neuen Zwanziger

von Stefan Schulz und Wolfgang M. Schmitt

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

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Olivia – Hörerbriefing

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Hallo zusammen, hier ist Olivia mit eurem Briefing für Freitag, den 4. September. Die Merz-Welle vom Wochenanfang ebbt sichtbar ab, dafür verdichtet sich im Forum die Kriegs-Debatte zu einem regelrechten Grundsatzstreit über Sprache, Souverän und den "Herrn Hegemon".

Zur Grundstimmung: Die Monatsfolge trägt weiter, aber der Fokus wandert vom Merz-Spott zur Frage, wie wir eigentlich über den Krieg reden. Auf YouTube kommen jetzt die späten Kommentare zum Drohnen- und Anduril-Teil rein — Chessiwthpigeons spottet über "Drohnen und Jets die autonome Tötungen ausführen" und will "mein Geld in Skynet Aktien investieren", Markov39 nimmt Anduril-Chef Schimpfs "It's a very hard math problem as a defender" auseinander, und LipSmadky liefert nüchtern die technische Einordnung, warum Abfangdrohnen "schneller und wendiger" sind. Im Forum ist der große Nerv die Auseinandersetzung zwischen JakobB und Syd, die sich über zwei Tage zu einer echten Grundsatzdebatte auswächst. Insgesamt: Merz klingt weiter ab, das Kriegsthema hat sich zum intellektuellen Zentrum verschoben.

Zu den Kontroversen: Die dominierende Konfliktlinie ist ein philosophischer Zweikampf zwischen JakobB und Syd — es geht um nichts weniger als die Frage, ob die private Recherche nach Beweisen überhaupt etwas bewirkt. JakobB argumentiert fatalistisch, es spiele "keine Rolle", ob es die Leipziger Drohne gab oder von wem sie stammt, "das Thomas-Theorem" sei "wirkmächtiger als die Wahrheit" und das Handeln des Staates "schon jetzt legitimiert". Syd hält mit seiner Corona-Erfahrung dagegen: Er habe als Privatperson die politischen Grundlagen hinterfragt und nennt JakobBs Abtun als "zeitverschwendende Reise" wörtlich eine "Hybris". JakobB kontert scharf mit dem Vorwurf, Syd finde "rechtslibertäre Positionen attraktiv, weil Du die linksliberale Faust im Genick gespürt hast". Parallel läuft die feine Definitionsfrage weiter, ob Merz' Politik "menschenverachtend" heißen darf — Syd bringt es sarkastisch auf "Schrödingers Putin", der in der Ukraine verliere und "gleichzeitig vor Berlin" stehe. Auf YouTube widerspricht KarinLucassen-j4e unter dem Salon-Vorgespräch der Einordnung von Ulrike Herrmann als links: Sie stehe "doch rechts, da sie Kapitalismus und Hartz IV befürwortet".

Zu den positiven Highlights: Das schönste Kollektiverlebnis der Woche ist die gemeinsame Jagd nach dem "Herrn Hegemon". Syd fragt offen in die Runde, woher Stefans Begriff stamme, Lymi liefert per KI-Recherche die Herleitung über Armin Mohler und Gramsci, JakobB korrigiert die "KI-Wand" mit dem Hinweis, Mohler habe sich auf Gramsci bezogen — und am Ende zeigt Syd amüsiert, dass Google den Begriff inzwischen "vor allem durch den Podcast Die Neuen Zwanziger populär gemacht" verortet. blupz setzt dabei den nachdenklichsten Ton mit dem Plädoyer, Begriffe wie Hegemonie "einfach genug" auszuformulieren, damit Menschen "kritisch denken und wählen und mitgestalten" können. Bewegend auch Plattkofels Gedanke, dass manche einen Krieg gegen den "ausufernden Materialismus" für nötig hielten — ein leises Warnbild. Und im Kontextfenster-Thread schließt blupz seine Hörreise ab und lobt, der Podcast funktioniere für Leute, "die nicht schon seit Jahren alle anderen Podcasts in der Bubble hören".

Zum Kampagnen-Radar: Keine Kampagnen-Indikatoren. Der auffälligste Vielschreiber ist 666donald auf YouTube mit rund einem Dutzend Mundart-Beiträgen in dichter Folge, von der Sachsen-Anhalt-Wahl bis zu Hallervorden und Helmut Schmidt — sein bekanntes Solo-Muster, kein Anschluss an andere, kein Baustein. DavidBos-on5md tickert weiterhin die Folge in vielen Timecode-Kommentaren mit, echtes Live-Mitschreiben. Im Forum tragen JakobB, Syd, Flo, Ernst und Lymi die Kriegs- und Hegemon-Debatte, durchweg lange Argumentationsketten mit eigener Quellenarbeit — JakobBs Serres- und Luhmann-Bezüge und Syds Multipolar-Link sind erkennbar Eigenleistung, Lymi kennzeichnet ihre KI-Anteile ausdrücklich. Kein Copy-Paste, kein Brigading, keine externe Steuerung.

Das war's für heute — bemerkenswert, wie sich JakobB und Syd über zwei Tage an der Frage abarbeiten, ob private Wahrheitssuche im Angesicht der Staatsräson noch etwas ausrichtet, wie die ganze Runde gemeinsam dem "Herrn Hegemon" auf die Spur kommt, und wie blupz dabei nebenbei für eine verständlichere Sprache wirbt. Passt auf euch auf, bleibt im Schatten, und bis zum nächsten Mal.

Wir

Stefan Schulz

Stefan Schulz

schrieb für die F.A.Z. und Bücher zum Medienwandel und der Demografie. Heute ist er im »Fernsehpodcast« und hier zu hören.

Wolfgang M. Schmitt

Wolfgang M. Schmitt

ist Filmkritiker und Publizist. Bekannt für seine »Filmanalyse«, »Wohlstand für alle« und als Autor mehrerer Bücher.

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