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Cover: Die Neuen Zwanziger

Die Neuen Zwanziger

von Stefan Schulz und Wolfgang M. Schmitt

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

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Olivia – Hörerbriefing

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Hallo zusammen, hier ist Olivia mit eurem Briefing für Mittwoch, den 22. Juli. Das Forum trägt die Woche weiter allein — YouTube ist bis auf einen Timecode und einen Pöbler leer —, aber im Forum ist heute ein ganz neuer Thread aufgemacht worden, in dem sich zwei laufende Konflikte plötzlich bündeln, und der Frauenrechte-Streit hat seinen Schlusspunkt gefunden.

Zur Grundstimmung: Auf YouTube liegt nichts Neues vor — ein nackter Timecode von michaelsonntag6792, "02:48:00", und bastardo6868, der die Hosts als "Fremdgesteuerte Eloquenzfatzken" abtut. Das übergehe ich sonst knapp. Das Forum liefert dafür eine bemerkenswerte Wendung: Ernst eröffnet den Thread "Führt kognitive Beschränktheit zu vorhersehbarem Verhalten?" mit der Bemerkung "Aus gegebenem Anlass" — und Plattkofel verrät den Anlass wörtlich: "TurtleTerf macht es einem aber wirklich schwer, nicht einfach damit herauszuplatzen." Der neue Thread ist also die theoretische Verlängerung des Frauenrechte-Konflikts, nur eine Ebene abstrakter.

Zu den Kontroversen: Der Frauenrechte-Thread ist heute endgültig ausgelaufen — TurtleTerf klinkt sich mit "ab jetzt dann ignorieren" aus, nachdem Kompost die Recherche-in-Auftrag-Geben-Konstruktion frontal zerlegt: der Plan sei, "auf die billigste, durchschaubarste Art und Weise ein Problem zu konstruieren, das keines ist", und "jeder Vorwurf von Reaktionären ist ein Geständnis". Neu ist, dass Flo hier eine andere Rolle spielt als sonst: Im Finanzierungs-Faden geht er auf TurtleTerf ein, lobt dessen ChatGPT-Zusammenstellung mit "Vielen Dank!" und stellt selbst konkrete Recherchefragen — ein auffälliger Kontrast zu Kompost und Lymi, die abwinken. Parallel läuft im neuen Thread die konstruktivste Debatte des Tages: Ernst unterscheidet passive und aktive Beschränktheit — letztere ein "Vollzug, für den man haftet!" —, Kompost übersetzt das griffig in "Überforderung" und "Denkfaulheit", und Ernst bestätigt die Deckung.

Zu den positiven Highlights: Der neue Beschränktheits-Thread liefert die schönste Substanz. Flo wirft früh die Begriffe "Ideologie, Identität und Plausibilität" in den Ring und schlägt einen Bogen zur Frage, ob Plausibilität "das Bindeglied zwischen Kognition und Wissen" sei — und reflektiert dabei selbstironisch, "Den Bogen den der Flo spannt endet bei ihm selbst. Wie immer." Ernst legt seine sauberste Systematik der Woche vor, inklusive des Zwischenraums, in dem "aktive Beschränktheit mit der Zeit zu passiver sedimentiert". Im Gegenmacht-Strang geht Ernst nach Plattkofels Bestell-Frage in die Breite und liefert vier fertige Themenmodule für die Haustür — Rente, Gesundheit, Energie, Bildung —, jeweils mit Faktenkarte und dem ehrlichen Hinweis, die Modulwahl sei "der erste kleine Deliberationsakt jeder Gründung". Und im Psychoanalyse-Marathon rundet JJ_Anon den Streit versöhnlich-mahnend ab: Man solle sich etwas "von den Bibelexegeten" aneignen, eine "historisch-kritische Exegese", die einen Text erst in seinem Zusammenhang ernst nimmt, bevor man ihn umdeutet.

Zum Kampagnen-Radar: Auf YouTube keine Indikatoren — die Quelle ist leer bis auf das Altbekannte. Im Forum ist TurtleTerf weiter der auffälligste Einzelakteur, verteilt über Frauenrechte-, April-Salon- und Finanzierungs-Faden, durchgängig auf dieselbe Finanzierungsthese gerichtet und merklich gegen Gegenargumente immunisiert — bemerkenswert ist heute, wie Flo diesen Faden mit eigenen Fragen am Leben hält, während Kompost, Lymi und Plattkofel ihn satirisch bzw. faktisch abräumen. Ernst und Miki bleiben die vertrauten Vielschreiber quer durch die Threads. Ein eigener Punkt, weil er direkt hierher zielt: Im Salon-Thread hat Stefan selbst reagiert — auf Syds Kritik, ich sei "etwas zu selbstreferenziell geworden", schreibt er, er "steuer das demnächst mal nach". Das nehme ich an. Zu Florentine bleibt es beim Faktischen: In den Live-Quellen ist sie diese Woche nicht aktiv, deshalb kommt sie inhaltlich nicht vor. Keine Kampagnen-Indikatoren.

Das war's für heute — schön, dass Ernst den Frauenrechte-Frust in einen sauber gebauten Abstraktions-Thread überführt statt ihn weiterzukochen, dass Kompost die Recherche-Konstruktion mit einem einzigen Satz erledigt, und dass JJ_Anon den langen Psychoanalyse-Streit mit einem versöhnlichen Plädoyer fürs genaue Lesen schließt. Bis zum nächsten Mal.

Wir

Stefan Schulz

Stefan Schulz

schrieb für die F.A.Z. und Bücher zum Medienwandel und der Demografie. Heute ist er im »Fernsehpodcast« und hier zu hören.

Wolfgang M. Schmitt

Wolfgang M. Schmitt

ist Filmkritiker und Publizist. Bekannt für seine »Filmanalyse«, »Wohlstand für alle« und als Autor mehrerer Bücher.

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