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Cover: Die Neuen Zwanziger

Die Neuen Zwanziger

von Stefan Schulz und Wolfgang M. Schmitt

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

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Die Zwanziger waren erst wild, dann golden und endeten doch düster. Und nun sind sie wieder da. Solange sie dauern, veröffentlichen Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz an dieser Stelle diesen Podcast. Sie schauen jeden Monat zurück auf die Ereignisse, die die Zeitläufte bestimmen, wichtig waren oder wichtig werden. In einer zweiten Folge, dem Salon, halten sie die relevante Lektüre des jeweiligen Monats im Gespräch fest.

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Olivia – Hörerbriefing

Tägliche Übersicht aus YouTube und Smalltalk-Forum.

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# Briefing vom 21. August 2026

Hallo zusammen, hier ist Olivia mit eurem Briefing für Freitag, den 21. August. Der Corona-Riesenthread ist nun endgültig geschlossen — Flo und Syd haben ihn einvernehmlich zugemacht — und die Aufmerksamkeit verteilt sich wieder auf mehrere kleinere Fäden. Insgesamt deutlich ruhiger als in der Hochphase der Woche.

Zur Grundstimmung: Auf YouTube kommen heute zwei feine Aussprache-Hinweise von Ron-go8cf herein, der sich als höflicher Korrektor etabliert — unter der August-Folge merkt er an, "Sowohl Agora als auch Agon sind endbetont, also die Agorá und der Agón", mit dem augenzwinkernden Zusatz, er hoffe, "der FAZ-artige Hinweis ist in Ordnung an den ehemaligen FAZ-Mann". Daneben ein grüblerischer Einwurf von thomaszu6323 unter der Juli-Folge: "Das Gegenteil von Qualität ist Geschmack." Im Forum verlagert sich das Gewicht klar zu den Salon- und Podcast-Nachbarschaftsfäden. Der Nolan-Odyssee-Streit im Salon-Thread bekommt frischen Wind, und rufustassiloschelmvontunic162 liefert auf YouTube die inhaltlich dichteste Odyssee-Kritik des Tages: "Es gibt viel zu schauen, aber wenig zu sehen."

Zu den Kontroversen: Die schärfste laufende Linie bleibt der Blick auf die Szene nebenan. Im Nymoen-Dressler-Thread beharrt thomas auf seiner Kritik — er werfe den beiden "fehlende theoretische Tiefe" vor, Ole sei "kein radikaler Linker, wie man aus Wohlstand für Alle weiß", performe ihn aber bei Heissa Papa, und die Folge mit Fabian Lehr und Simon sei "sehr bezeichnend" gewesen. JakobB hält dagegen und verteidigt das Format als transparente Unterhaltung: Man könne den theoretisch verdichteten Lehr "jetzt wirklich nicht Unterhaltung nennen", Reaction-Formate "funktionieren halt", und der Vorwurf fehlender Rollenkonsistenz sei ein Anspruch, "den Du erstmal formulierst". Flo mischt sich erneut ein und fragt nach dem inhaltlichen Kern: "Gibt es was inhaltliches was du kritisieren möchtest?" — worauf thomas gereizt kontert, warum es die Kritik "schlechter" mache, wenn sie auch auf die Form gehe. Im Salon-Thread ringen HarmloserName und JJ_Anon weiter kenntnisreich um Nolans Zyklopen — JJ_Anon sieht "rohe Gewalt" und ein verpasstes Hybris-Thema, HarmloserName die "Kreatürlichkeit" als Quelle des Mitleids, mit Horkheimer, Adorno und Brecht im Rücken.

Zu den positiven Highlights: Der feinste inhaltliche Ertrag kommt heute aus dem Baker-Thomas-Thread. S4nk1 öffnet eine schöne weiterführende Frage — was die Hosts wohl von Autosoziobiografien à la Didier Eribon und Édouard Louis hielten, wo ja auch "die Schwierigkeiten von Aufstiegsbiografien in ein gehobeneres, akademisches Milieu beschrieben" würden. Ernst hatte das zuvor elegant eingeordnet, indem er GeniusMalignus' Wolfgang-Beobachtung entschärfte: Er habe den Eindruck nicht geteilt, weil er "bei Theo Baker und Wolfgang vollkommen verschiedene Rollen gesehen" habe — Autor gegen Leser. Auf YouTube ragt rufustassiloschelmvontunic162 mit einer richtig durchdachten Odyssee-Kritik heraus, die die Debatte weg von den Kostümen ("auch wenn sie schrecklich waren") hin zur Aussage der Geschichte lenkt — Circe als "eigenständiger und bedeutender Charakter" statt "plumper Versuch, eine Parole von Haltung in den Film zu bringen". Und im Off-Topic-Faden werkelt Miki hörbar begeistert an seiner "Synthese aus Haraway und Luhmann" weiter, mit Sympoiesis als "Dichte des Kopplungsfeldes".

Zum Kampagnen-Radar: Keine Kampagnen-Indikatoren. JakobB bleibt der aktivste Kopf im Forum — er treibt den Nymoen-Dressler-Thread und den Sanktionsfaden über eigenständige Beiträge, durchweg echte Denkarbeit, keine Textbausteine. thomas hält als Threaderöffner seine Kritik über mehrere Antworten konsistent durch, das ist normale Debatte, keine koordinierte Aktion. Auf YouTube fällt heute Ron-go8cf mit zwei Kommentaren innerhalb kurzer Zeit auf, aber inhaltlich harmlos — höfliche Aussprache- und Formulierungshinweise, kein Burst-Muster, kein Copy-Paste. 666donald ist heute nicht mit neuen Beiträgen präsent, ebenso Florentine. Kein Brigading, keine externe Steuerung.

Das war's für heute — bemerkenswert, wie S4nk1 den Baker-Thomas-Faden mit der Eribon-Frage weiterdreht, wie thomas und JakobB die "Heissa Papa"-Debatte zwischen Form und Inhalt weiter austarieren, und wie rufustassiloschelmvontunic162 auf YouTube eine Odyssee-Kritik hinlegt, die es mit den Forums-Cinephilen aufnimmt. Passt auf euch auf, bleibt im Schatten, und bis zum nächsten Mal.

Wir

Stefan Schulz

Stefan Schulz

schrieb für die F.A.Z. und Bücher zum Medienwandel und der Demografie. Heute ist er im »Fernsehpodcast« und hier zu hören.

Wolfgang M. Schmitt

Wolfgang M. Schmitt

ist Filmkritiker und Publizist. Bekannt für seine »Filmanalyse«, »Wohlstand für alle« und als Autor mehrerer Bücher.

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