QAnon ist nicht bloß eine Verschwörungstheorie, sondern eine neue Religion. Die Chefredakteurin von The Atlantic, Adrienne LaFrance, hat sich umgesehen und sie hat so darüber geschrieben, dass wir alle erschrecken. Ihre These ist überzeugend. Die ‚Prophezeiungen von Q‘ füllen die Lücke, die die Religionen hinterließen, als sie sich in Organisationen zurückzogen. Aber jetzt sind sie da: Die neuen sakralen Rituale, Texte und Gemeinschaften. Sie kommen auch zu uns nach Europa und sie sind gefährlich. Bei den Querdenkern In Berlin konnte man es bereits sehen. Darauf hat niemand eine Antwort. Markus Gabriel, der beispielsweise mit q-ähnlicher Gottgläubigkeit über moralischen Fortschritt und dunkle Zeiten schreibt, scheitert wie nie ein Philosoph vor ihm. Wir lesen die Einleitung dieses miserablen Versuchs die Dinge zu lenken.
Von der Instragram-Story, wie sie Sarah Frier in „No Filter“ aufschrieb sind wir begeistert. Ein soziales Netzwerk ohne Text, das aus Schnappschüssen kleine Kunst macht und aus Bildern Interaktion, an der man lange bastelt, die aber sofort verfliegt. Dann natürlich kam Facebook und verwandelte alles in ein gigantisches Profitcenter. 200 Millionen Nutzer haben mehr als 50.000 Follower, könnten also schon ein Stück weit am Kommerz teilnehmen. Pierre Bourdieu, der die feinen Unterschiede durch die Fotographie für jedermann kennt, wäre im August 90 Jahre alt geworden. Ingar Solty schreibt seinen Geburtstagsartikel. Zukunft: Felix von Leitner, Fefe, ruft die Bundesregierung auf, Mozilla zu kaufen, Chiphersteller gleich mit, sodass wir in Europa endlich digital Souverän werden. Es wird nicht passieren, aber es ist schön zu lesen, wie einfach es wäre.
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Hätte Christopher Nolan TENET Inversion genannt, wäre die Inception, Interstellar, Inversion-Trilogie perfekt. Weitere Abstriche sind dennoch nicht zu machen. Wir reden über das Spektakel ohne Relevantes zu verraten. Man soll den Film ja selbst erfühlen. Wir fanden aber: Eine kleine Tenet-Handreichung ist nicht verkehrt, manche deutschen Podcasts reden nämlich merkwürdig über den Film. Der August ist von weiteren Spektakeln geprägt: Die Gamescom findet nicht offline statt, also fast nicht. Gespielt wird dafür umso mehr, wir schauen darauf.
In Washington waren die „Kaiser des Silicon Valley“ vorgeladen. Die Demokraten wollen einen neuen Unabhängigkeitkrieg anzetteln. Die Republikaner fragen sich, warum ihre Wahlkampfmails im Spamordner landen. Die Anhörung von Jeff Bezos, Tim Cook und Sundar Pichai wirft ihr eigenes Licht auf die antipolitischen Demokratiesaboteure der republikanischen Partei. Um gegen Trump zu bestehen, haben sich die Demokraten ins Zeug gelegt und das Fernsehzeitalter hinter sich gelassen. Die Influencer-Culture gibt den Ton an, es werden allerdings fast nur ultrakapitalistische Lieder gesungen.
In Europa rettet Greta wieder etwas intensiver unsere Welt. Sie war mit deutschen Fridays-for-Future-Vertretern bei Angela Merkel. Wir gehen der Frage nach, was es half. Zum Abschluss hören wir Lisa Eckhart zu. Sie hat sich im Ton vergriffen und mauert sich nun als junge Frau im Alte-Weiße-Männer-Gefängnis ein.
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Marcel Fratzscher hat nachgeschaut und 2,1 Billionen Euro Privatvermögen in Deutschland gefunden, von dem man vorher nicht wusste. Die untere Hälfte kommt somit auf nur noch 1% des Gesamtvermögens. Das untere Viertel fällt mit 0% statistisch gar nicht mehr auf. Was man sich mit so viel Geld alles kaufen könnte?
Wollte man seine Bedürfnisse befriegen, sollte man vorher Slavoj Žižeks neues Buch zu Hegel lesen. Er arbeitet sich an den aktuellen Superreichen und Meinungsführern ab, allen voran Elon Musk. Der Transhumanismus holt zwar die Technik nah an den Körper und den Kunden zur Welt. Doch auf dem Weg geht auch Entscheidendes verloren. Wolfgang ist vom Buch beeindruckt.
Zu viel Geld kann eine Qual sein. Davon schreibt Mary L. Trump. Sie mochte immer ihren Namen, doch die Familie dahinter ist an ihrer Sucht nach Geld zugrunde gegangen und droht ganz Amerika mitzureißen. Ihr Buch ist Anti-Trump-Wahlkampf, als Warnung vor dem gefährlichsten Mann der Welt, der keine Ideologie und keine Strategien hat, sondern nur ein Ego. Nichts schützt uns mehr vor der Unfähigkeit von Donald Trump, schreibt seine Nichte. Jetzt gehe es um Leben und Tod.
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