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Wir lesen02/2022Krieg, Geld, Macht, Chips Act, Bitcoin, Wohnen, Afrika

Ein Krieg in Europa. Und damit ein Rückfall in eine vergangene, eigentlich vergessene Zeit. Es wird wieder geschossen – und neuerdings so viel mehr. Auf der einen Seite Russland, auf der anderen Seite etliche Organisationen, die vor nicht allzu langer Zeit aussortiert schienen oder noch heute im Abseits der Berichterstattung arbeiten. Sie können Länder auf Talfahrt schicken, das passiert jetzt. Wir besprechen die Debatte im Bundestag dazu, das neurechte Denken in den einschlägigen Podcasts und wir nehmen insbesondere Christian LIndner in den Blick. Es gibt ein paar Sture und Starrsinnige, auf die es jetzt zu schauen gilt.

Dass im Fernsehen viel Quatsch läuft wissen wir, es gehört dazu. Die Sternstunde zum Bitcoin war aber doch besonders. Wir gehen die Ideologien durch und schaun ungläubig aufs Geplapper. Etwas verwunderlich ist, dass es vom EU-Afrika-Gipfel nichts zu sagen gibt, weil ihn niemand beobachtet hat. Kein Text, kein Bericht, man hat ihn einfach übersehen. Zum Chips-Act der EU Kommission sieht das glücklicherweise etwas anders aus. Und dann ein Thema, das uns alle betrifft, das unser Schicksal bestimmt und über unser Wohl entscheidet: Wohnen. 15 Prozent der Menschen in Deutschland wohnen in unwürdigen Zuständen. 80 Prozent können sich ihr derzeitiges Wohnen nicht leisten. Lässt sich da nicht das ein oder andere Problem lösen? Beim Wohnungsbautag ’22 hat man es versucht.

Wer Vorlesungen von Niklas Luhmann und anderen hören will, wird hier fündig.

Komm’ in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der Gästeliste ein.

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Wolfgang
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Stefan
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Mathias

11 Gedanken zu „Krieg, Geld, Macht, Chips Act, Bitcoin, Wohnen, Afrika

  1. L. Geyer

    Putins einstündige Rede an die Nation vom 21.01.2022 liegt in vollständiger deutscher Übersetzung hier vor: https://zeitschrift-osteuropa.de/blog/putin-rede-21.2.2022/ (frei verfügbar)

    Die Zeitschrift Osteuropa übersetzte auch Putins Essay „Über die historische Einheit der Russen und der Ukrainer“ aus dem Juli 2021: https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2021/7/ueber-die-historische-einheit-der-russen-und-der-ukrainer/ (Bezahlinhalt) sowie eine Einordnung des Textes: https://zeitschrift-osteuropa.de/hefte/2021/7/revisionismus-und-drohungen/ (frei verfügbar)

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  2. Max W.

    Minimale Korrektur, weil ich es zufällig weiß: Nick Fuentes und Ben Shapiro sind keineswegs verbündet: https://www.dailydot.com/debug/ben-shapiro-nick-fuentes/
    https://www.youtube.com/watch?v=GzY1–htPi8
    Im Youtube Clip sieht man Ausschnitte einer Rede, wo er sich von Nick Fuentes distanziert. Ich will Ben Shapiros schreckliche politische Einstellung in keinem Fall minimieren, aber er ist hauptsächlich ein klassicher Marktradikaler & Neocon wie Cruz, Bush, Cheney und Co, der dasselbe in seinem Podcast erzählt die Sean Hannity auf FOX, nur halt im Internet. Vielleicht sind die Grenzen durch den Culture War in Amerika inzwischen nicht mehr so deutlich, da es eh kaum noch um Steuerpolitik oder so in Amerika geht, aber ich finde es immer gut, bei der Gegenseite möglichst genau in der Kritik zu sein.

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  3. Anonymous

    Dass der Bitcoin-Hype von bestimmten politischen Akteuren ausgenutzt wird ist sehr ärgerlich und die Sternstunde Philosophie über Bitcoin war wirklich sehr peinlich… Aber euere Kritik dazu lässt ebenfalls einiges zu Wünsche übrig.
    Man hätte ausführen können warum die künstliche Knappheit des Bitcoins nicht mit der künstlichen Knappheit einer Zeitungsausgabe oder eines Abos vergleichbar ist.
    Und warum sollte man auch mit Bitcoin bezahlen wollen? Man bringt ja auch kein Gold mit in den Supermarkt. Bitcoin als tägliches Zahlungsmittel macht keinen Sinn, wer weiß das nicht? Aber warum sollte es nicht wünschenswert sein eine nicht-korrumpierbare Korrelation zwischen einem Wertspeicher und einem Gutschein herzustellen?

    Proof-of-Work stellt eine direkte Verbindung zwischen dem digitalen Bereich und dem physischen Bereich her ohne dabei auf externe Eingaben angewiesen zu sein.
    Es gibt sonst keine Möglichkeit darauf zu vertrauen, dass Daten die Realität darstellen, es sei denn die fragliche Realität ist in den Daten selbst enthalten.
    Wie ein Uhrwerk passt sich die Mining-Schwierigkeit alle 2016-Ticks neu an. Das Ziel dieser Anpassung ist es, die durchschnittliche Zeit zwischen den Ticks bei zehn Minuten zu halten, während sich die Effizienz der Mining Geräte ständig verbessert.
    Proof-of-Work und die damit einhergehende Schwierigkeitsanpassung verlangsamt die Zeit künstlich um ausreichend Puffer für die Latenz der Kommunikation zu ermöglichen.

    Man betrachte den Energieaufwand des Proof-of-Work in Relation zum Nutzen (so gut wie nicht hackbar, zensurresistent, transparente Transaktionshistorie…) und im Vergleich zum gesamten Energieaufwand unseres derzeitigen Finanzsystems…
    Man könnte darüber diskutieren ob der Konsens Mechanismus des Proof-of-Stake – welches weniger Energie verbraucht – nicht ausreichend Sicherheit bietet. Bitcoin ist durch das POW und der Größe des Netzwerks bis dato allerdings das sicherste System.

    Man könnte auch darüber diskutieren ob die Trennung zwischen Staat und Finanzsystem eine gute Idee ist…?

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  4. wumble

    Es ist auch von Künstler:innen nicht zuviel verlangt sich von Kriegsverbrechern zu distanzieren. Wenn eine Netrepko meint sie wäre nicht politisch und könnte sich daher auch nicht distanzieren vergisst das Krieg keine Politik mehr ist, sondern ein Verbrechen. Menschen die sich von solchen Greultaten nicht distanzieren können sollte auch keine Bühne mehr geboten werden.

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  5. Alex

    Danke wieder einmal für die Folge.
    Vielleicht bin ich etwas von diversen YouTubern verwöhnt, aber eine Auflistung aller Quellen und z.B. Links zu den Video- und Audiobeiträgen, die im Podcast stets abgespielt werden, wäre wirklich Gold wert.
    Im Salon ist dies ja schon länger Standard und es würde helfen, von dort aus weiterzuschauen/-hören. Beispielsweise gab es auf dem Kanal des „Wohnungsbautag 2022“ noch einige mehr Videos zu sehen.

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  6. Julian

    Danke für die Folge! Da es jetzt schon in einigen Folgen thematisiert wurde, würde ich gerne noch ein paar Infos zum Thema Chip-Produktion loswerden. Kurz zu mir, ich studiere Elektrotechnik und habe im Rahmen meines Masters einige Vorlesungen und Praktika zum Entwurf von sog. integrierten Schaltungen (ICs, die Schaltkreise die auf den Chips realisiert werden) absolviert, bin aber definitiv kein Experte aus der Industrie.

    Der Entwurf und die Produktion von integrierten Schaltungen (bzw. auch MEMS, Mikro-Elektro-Mechanische-Systeme) sind so hochspezialisiert, so dass heutzutage das Know-How des Entwurfs und das Know-How über die tatsächliche Herstellung der Strukturen im Mikro- und Nanometer Bereich in der Industrie nicht mehr zwingend zusammenfallen.
    Intels Hauptkonkurrent für den PC und Notebook-Markt, AMD bspw., ist seit einigen Jahren „fabless“ d.h. sie besitzen keine eigenen Fertigungskapazitäten mehr und haben die „fabs“ die Halbleiterfabriken ausgelagert. Es gibt also Halbleiterhersteller, die keinen eigenen Entwurf mehr machen (sog. Foundries), der größte davon ist TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) und sich vollständig darauf fokussieren den Herstellungsprozess zu perfektionieren. Die Fabs bieten dann den Chip-Designern Bibliotheken mit grundkomponenten (einzelne transistoren, logikgatter etc.), die sie zuverlässig mit gewissen eigenschaften fertigen können. Um natürlich am obersten ende des technisch machbaren mitzuspielen benötigt man allerdings durchaus enge Abstimmung zwischen den Design-Ingenieuren und den Prozess-Ingenieuren der Fabs.

    Die Herstellung von integrierten Schaltungen ist so ziemlich einer der aufwändigsten Prozesse die man sich vorstellen kann. Erstmal müssen die Fabriken 24/7 einen riesigen Reinraum unterhalten, der die Partikelkontamination der Luft weit genug beschränkt, dass die chemischen Prozesse, welche die Strukturen im Nanometer-Bereich in hunderten Prozessschritten in das Silizium ätzen nicht stören. Mit den Prozessdetails halte ich mich zurück, da ich da auch nur oberflächliches Wissen besitze was für den Entwurf nützlich ist.
    Das Ziel der Hersteller (fabs) ist es den Prozess mit allen notwendigen Schritten „im Griff zu haben“, der die entsprechenden Strukturen im Nanometer-Format mit entsprechenden elektrischen, mechanischen, optischen Eigenschaften verlässlich und (zu ausreichendem Grad) reproduzierbar in das Silizium ätzt.
    Diesen Prozess zu finden hängt von so vielen teilweise unvorhersehbaren Parametern ab, so dass wie in dem Frank-Rieger-Zitat, die Ingenieure im Zweifel wenn der Prozess funktioniert, nichtmal die Wasserleitungen mehr umverlegen würden.

    Hat ein Hersteller seinen Prozess besser im Griff als die Konkurrenz, können die Firmen die die Chips entwerfen bei analogen Chips besser die elektrische Funktionsweise garantieren und bei digitalen Chips allen vorran zuverlässig mehr elektronische Komponeten auf dem Chip unterbringen. -> mehr Rechenpower. AMD konnte so 2020 zum ersten mal wieder zu Intel aufschließen und Intel preislich unterbieten, da sie sich auf den 7nm-Prozess von TSMC verlassen haben während Intel seit einiger Zeit Probleme hatte den eigenen 7nm-Prozess zu beherrschen.

    Mit „im Griff haben“ heißt das bezüglich des Prozesses, das man die tatsächlichen Streeungen der Parameter so weit kontrolliert, dass man vorhersagbar funktionsfähige Chips produziert. Die Chips werden auf sog. Wafern in einem Batch-Prozess hergestellt (Die Wafer sind glatte Siliziumscheiben aus sehr reinem Silizium).
    Die Hersteller machen idR. ein großes Geheimnis aus der tatsächlichen Ausbeute (Yield, funktionsfähige Chips pro Wafer). Oftmals ist nur ein kleiner Teil bspw. bei Prozessoren vollständig fehlerfrei funktionsfähig, aber das wird oft beim Design soweit berücksichtigt, so dass fehlerhaften Komponenten abgeschaltet werden können und/oder der Chip mit geringerer Leistungsfähigkeit betrieben werden kann.
    Die vollständig funktionsfähigen Chips bilden bspw. bei Prozessoren dann häufig das high-end-segment, während eine fehlerbehaftete version des gleichen chips als mittelklasse-prozessor verkauft wird.

    Bzgl. Europa sehe ich tatsächlich immensen Bedarf gerade die Fertigungskapazitäten auszubauen. Design-KnowHow ist definitiv vorhanden, und auch die relevanten Zulieferer für die Fabs (ASML, Zeiss) sind Europäer. Das Europäische Chipdesign beschränkt sich aktuell stark auf spezialisiere Nischen, die häufig sehr nah an der klassischen Industrie sind (Sensorlösungen, Power-Management, Microcontroller für Automotive) während die große Masse, die digitalen Chips von Amerika und von Asien absolut dominiert werden. Allerdings ist definitiv KnowHow für Design und Fertigung vorhanden, auch wenn man um zu den Prozessen von TSMC aufzuschließen wahrscheinlich mehr als 43Mrd ausgeben müsste.

    Meiner Meinung nach hätte die EU im Chips-Act alles dafür tun sollen dass der britische Prozessor-Designer ARM (deren Prozessor-Designs sind die meistverbreitesten Prozessoren weltweit, weil sie heute den kompletten Embedded-Markt dominieren, sie lizenzieren ihre Designs an andere Halbleiterhersteller, die diese dann in ihre Komponenten mit einbauen wenn sie Rechenpower benötigen) in europäische Hände kommt. Ich halte es für eine glückliche Fügung, dass die Übernahme durch Nvidia gescheitert ist und da Softbank es immer noch veräußern möchte ist die Gelegenheit günstig.

    Ich hab im Rahmen von Hiwi-Tätigkeiten ein bisschen Elektronik in den letzten Jahren entworfen und sogar in der universitären Forschung waren wir von der Chipkrise betroffen, so dass wir einige Chips mit essentiellen Sensoren für unsere Experimente nicht mehr bekommen konnten. Wir haben dann angefangen alte Prototypen auseinanderzulöten, um einige Bauteile trotzdem zu erhalten oder mussten Zeit investieren, um neue Platinen zu entwerfen, die nur mit den am Markt verbliebenen Chips arbeiten. Ich will gar nicht wissen wie das in der richtigen Industrie aussah.

    (Etwas längerer, oberflächlicher rundumschlag zum Thema von mir, und ich habe noch einiges unterschlagen, um den Rahmen nicht zu sprengen)

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  7. 21st Century Boy

    Das letzte große Ding, das die Bild z.B. vor dem Ukrainekrieg am Wickel hatte, waren die Aktivisten, die in Berlin die Straßen blockiert und sich am Ende sogar „heimtückisch“ und „aggressiv-gewalttätig“ auf dem Asphalt festgeklebt hatten. Zum Held der Berichterstattung der Bild wurde ein „tiefenentspannter“ Herr, der mit nicht ganz so „tiefenentspannter“, um nicht zu sagen vom Hass zerfressenener, Mimik abgelichtet wurde, und der mit einem Spruch zitiert wurde, der in unserer Zeit als die größte aller Zen-Weisheiten verstanden wird: „Die können froh sein, dass ich gestern schön gef*** habe!“

    Ich hatte mich schon ein wenig darauf gefreut, dass das von euch vielleicht besprochen wird. Doch nun kam alles ganz anders, nicht wahr.
    Wir müssen langsam den Umstand anerkennen, dass die „Neuen Zwanziger“ wohl nicht adäquat abgebildet werden können, auch in einem Long-Podcast-Projekt nicht, wie dem Eurigen.

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  8. Philipp Schneider

    Eure Reaktion zu SRF und Mangold ist an Peinlichkeit wirklich kaum zu überbieten. Wenn man von einer bestimmten Thematik offensichtlich wenig Ahnung hat, sollte man sich vielleicht mal überlegen, sich öffentlich dazu zu äußern.

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  9. Fabio Epunkt

    ganz ehrlich chillt mal, es sterben immernoch hunderte Menschen täglich, da ist ein bisschen Maske tragen wirklich die effektivste und das am wenigsten einschneidende Maßnahme um das eben zu verhindern.

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