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Wir lesen05/2022Abba, Weltkrise, Kissinger, Gutteres, iPod, Hunger, China, DSA

Abba sind zurück auf der Bühne. Zumindest zeigen sie sich wieder dort, als Avatare. 1000 Mitarbeiter, 5 Jahre, 160 Kameras – Technologie aus der Zukunft für Kulturgut aus der Vergangenheit. In diesen unruhigen Zeiten wollen wir anscheinend nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Vergangenheit und die Zukunft nicht ruhen lassen. Mal sehen, was sie uns als nächstes zeigen.

Wir reden heute über den aktuellen Lauf der Dinge des durchaus bereits global eskalierten Ukraine-Kriegs. Mehr als 100 Millionen Flüchtlinge vermeldeten die UN-Organisationen für den Mai. Der Hunger war schon vorher ein Problem, dass sich droht nochmal extrem zu verschärfen. Millionen Tonnen Getreide, die eventuell nicht zur Verfügung stehen. George Soros empfiehlt, den Krieg schnell zu beenden, um sich der eigentlichen Bedrohung wieder zuwenden zu können: dem Klimawandel.

Dafür allerdings braucht man Politik die funktioniert. Wir reden heute auch über die neusten Wendungen der Antipolitik, also über Politiker, die sich eine einzige Aufgabe stellen: Politik verhindern. Wir haben auch einen deutschen Kandidaten. Der Digital Services Act könnte hier eine Ausnahme sein, als echte programmatische Politik, die versucht die digitale Welt zu ordnen. Lobpreisungen und Kritiken sind schon da. Den Gesetzestext selbst bekommt man aber noch nicht zu lesen. Wir besprechen dennoch den aktuellen Stand.

Die Neuen Zwanziger auf der Bühne

Wenn ihr uns am Dienstag, 20.12.2022 auf der Bühne sehen wollt, bestellt die Tickets bitte per E-Mail: neuezwanziger@diekaes.de. Preis pro Ticket: 18,50 Euro.

Klickt auf den Link, dann wird die E-Mail vorausgefüllt, damit ihr sie ergänzt. Falls ihr die Mail manuell schreibt, nutzt bitte diese Vorlage:

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Ticketanzahl:
(optional) Telefonnummer:

Die Veranstaltung findet in Frankfurt am Main in der KÄS (Waldschmidtstr. 19, D-60316 Frankfurt) statt. Beginn: 20 Uhr. Einlass: Ab 18 Uhr.

Komm’ in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der Gästeliste ein.

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Wolfgang
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Stefan
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Mathias

22 Gedanken zu „Abba, Weltkrise, Kissinger, Gutteres, iPod, Hunger, China, DSA

    1. Stefan Beitragsautor

      Das ist der ursprüngliche Vorschlag der Komission, der 2020 an Rat und Parlament ging.

    2. bernd

      Autsch.

      Noch ein Dämpfer zu optimistischen Einschätzung bzgl. der sog. Chatkontrolle (in Wirklichkeit geht es um sämtliche Kommunikation):

      Es wird eine neue EU-Behörde in Den Haag aufgebaut,
      die wiederum ein Datennetz mit Knoten in allen Mitgliedsstaaten aufbaut und betreibt.
      Der Fonds zum Netzaufbau in den Mitgliedsstaaten sind eingerichtet, obwohl es derzeit keine Rechtsgrundlage dafür gibt.
      Der Aufbau sei schon jetzt notwendig, da diese Datenbanken und Netze ja fertig sein müssten, sobald die Verordnung in Kraft tritt.
      Die Betrieb wird 825 Mio Euro pro Jahr Kosten.
      Die nationalen Kontaktstellen, wo das gesamte Material landet, brauchen Analysefähigkeiten.
      Die Gelder dafür kommen aus der Forschungsförderung der Kommission.
      In den vergangen Jahren wurden etwa ein Dutzend KI-Forschungsprojekte für Strafverfolger mit mehr 100 Millionen Euro gefördert.

      Der kognitiv militätrische Komplex wird sich ganz sicher nicht mit Lippenbekenntnissen von Politikern stoppen lassen.

    3. Alexander

      Der Gesetzentwurf zur „Chatkontrolle“ ist unter Artikel 140 angeordnet. Die Maßahmen können also nur durch den Markt (Unternehmen) umgesetzt werden. Es können also keine zivilgesellschaftlichen Kompromisse erreicht werden. Das muss der Markt regeln.
      Mit den projektierten 825 Mio Euro Betriebskosten pro Jahr sind enorme Begehrlichkeiten verbunden.
      Quelle (01:38:00): https://chaosradio.de/cr276-chatkontrolle

  1. Tamara

    Ein erkälteter Wolfgang ist so bissig und unterhaltsam, dass ich mir das (leider) öfter wünschen würde.

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  2. Cora

    Ich bin überrascht, dass ihr die aktuellen Abtreibungs- und geplanten Verhütungsverbote nicht auch aus wirtschaftlicher Sicht betrachtet, denn historisch war Geburtenzwang immer eng mit Kapitalinteressen verknüpft. Als Literatur hierzu kann ich Silvia Federicis „Caliban und die Hexe: Frauen, der Körper und die ursprüngliche Akkumulation“ empfehlen. Fehlerfrei ist es nicht, aber es skizziert die Landnahme des Uterus im Frühkapitalismus sehr gut. M.E. passiert in den USA etwas ähnliches wie nach der Pest: Fehlender Nachschub insb. im Niedriglohnsektor bedroht die Wirtschaft, gleichzeitig schafft das System keine Anreize, freiwillig (weitere) Arbeitskräfte zu gebären, deswegen nutzt es Zwang.
    Die aktuelle Strategie für die Klimakrise scheint es, die Folgen kontinuierlich nach unten umzuverteilen, dafür benötigt es „unten“ aber Menschen. Das erklärt, warum sich Abreibungsgegner wenig für geborenes Leben interessieren, wie es Linksliberale häufig naiv monieren. Genausowenig ist es paradox dass es auch in von „White Genocide“-Verschwörungstheoretikern regierten Staaten WoC sind, die den schlechtesten Zugang zu Geburtenkontrolle haben, während Republikaner ihre weißen Töchter und Geliebten im Falle des Falles nach Kalifornien fliegen. Und es erklärt, warum viele wirtschaftsliberale Demokraten in der Sache so zahnlos sind.
    Auch hierzulande ist es bezeichnend, dass sich die FDP gegen die Streichung von §218 StGB stellt, oder dass kinderfreie Lebensentwürfe so häufig aus volkswirtschaftlicher Sicht angegangen werden. Auch die geschönte Darstellung von Mutterschaft im Influencertum würde ich ideologisch in diese Richtung einordnen.

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  3. Felix

    Danke, dass ihr auf den stets massiven Hunger in der Welt eingeht. Das ist einfach ein stetig anhaltendes Leid, dass so klar ist, und das niemand relativieren kann und dennoch besteht, obwohl es nicht sein müsste. Man kann es eigentlich kaum fassen. Danke für die Erinnerung.

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  4. Niels

    Noch ein Beispiel wie dumm die werb Algorithmen sind: ich bin gerade im Urlaub in Dänemark schaue YouTube Videos und bin mit meinem YouTube account eingeloggt. Und was bekomme ich für Werbung? Dänische. Ich meine welche Sprachen ich spreche (Englisch und Deutsch) sollte das einfachste sein aber nein nur meine IP Adresse scheint relevant für Werbung zu sein…

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  5. 2Fact Shakur

    Der Überbevölkerung mit sozialem modernem Leben, Bildung statt Religion, Arbeit, etc. beizukommen ist schön und gut. Aber der wirkliche Treiber, um von 12 Kindern pro Frau runter auf unter 2 zu kommen, ist soziale Absicherung. Wenn man diese nicht hat _muss_ man 12 Kinder haben, damit sich im Alter oder bei Krankheit wenigsten eines davon um einen kümmern kann. Das gilt besonders für Frauen. Selbst in den wenig abgesicherten USA sind bis zu 5 Kindern fast standard, trotz das sie Teil der westlichen Welt sind.

    Soziale Absicherung für die Welt, NOW!

    (Deutschland kann/muss hier Vorbild sein, statt der neofeudalen USA)

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  6. Anonymous

    Gab es früher nicht ein automatisch generiertes Skript des Podcasts? Würde ich mir manchmal zurückwünschen.

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  7. Torsten

    Aus technischer Sicht würde mich mal interessieren, welche Daten beim Real Time Bidding Breach geteilt wurden. Könntet ihr vielleicht eure Quellen aus dem Podcast verlinken?

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  8. Cornelius

    Ich höre euren Podcast unglaublich gerne, es ist so wohltuend, zwei Menschen zuzuhören, die ihre Gedanken in Ruhe ausformulieren dürfen und ausführlich auf ihren Gesprächspartner eingehen – vielen Dank dafür und bitte immer weiter so!

    Als Sprachfetischist fällt mir nur ein Aspekt negartiv auf:
    Wenn ich euch ‚Wörter‘ wie ‚kaufbar‘, ‚verstehbar‘, ’nicht erklärbar‘, ‚leistbar‘, ’nicht verantwortbar‘ sagen höre, zieht sich alles in mir zusammen!
    Wie wäre es statt dessen mit ‚käuflich‘, ‚verständlich‘, ‚unerklärlich‘, ‚zu leisten‘ und ‚unverantwortlich‘?
    Schaut doch gerne mal beim Silbenbarbar von Bastian Sick vorbei 🙂
    https://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfisch-im-bann-des-silbenbarbaren-a-285626.html

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  9. Knusi

    Ich habe eine kleine Anekdote zum Thema „Gemütliches Beisammensein für Senioren“.
    Mein Vater ist Vorsitzender eines Vereins in meinem kleinen Heimatdorf. Dieser Verein hat früher bei all seinen diversen Veranstaltungen von Freiwilligen gebackene Kuchen serviert. Das war bei den Senioren in der Umgebung immer sehr beliebt, und viele sind nur wegen der Kuchen zu den Veranstaltungen gekommen.
    Seit diesem Jahr ist diese Praxis aber verboten. Es dürfen keine Lebensmittel mehr verkauft werden, die nicht in einer professionellen, vom Gesundheitsamt geprüften Küche produziert wurden. Das ist natürlich a) nicht praktikabel und b) macht es auch finanziell keinen Sinn, den Kuchen beim Bäcker zu kaufen und dann auf den Veranstaltungen weiterzuverkaufen.
    Damit ist dieses Kleinod der sozialen Begegnung auch der Bürokratie zum Opfer gefallen. Alles von Freiwilligen organisiert, keine Kosten für den Staat. Nein, das ist verboten. Da kann ich verstehen, dass auch Vereine irgendwann keine Lust mehr haben und aufgeben.

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    1. Cara

      Dachte ich mir auch direkt, als ich das gehört habe, solche Dinge sind ja praktisch unmöglich geworden. Wäre halt ein weiterer Punkt, dem man da angehen müsste, sollte ja machbar sein.

  10. Daniel

    Danke nochmal für euren Podcast – das ist Balsam für’s Hirn.
    Eine kleine Bitte hätte ich: Ihr erwähnt des öfteren andere Podcasts die empfehlenswert sind bzw. de ihr in die Folge mit einfliessen lassen habt – könntet ihr die evtl. mit in die Shownotes packen…bei über 4h finde ich die Stelle nicht so leicht wieder…

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  11. Andreas

    Ergänzung zu meinem Audiokommentar über die Waffenkultur in den USA, die sich halt aus der Vergangenheit (Wilder Westen) so ergibt:
    https://www.smithsonianmag.com/history/gun-control-old-west-180968013/

    Auszüge:
    Carrying any kind of weapon, guns or knives, was not allowed other than outside town borders and inside the home. When visitors left their weapons with a law officer upon entering town, they’d receive a token, like a coat check, which they’d exchange for their guns when leaving town.

    The practice was started in Southern states, which were among the first to enact laws against concealed carry of guns and knives, in the early 1800s. While a few citizens challenged the bans in court, most lost. Winkler, in his book Gunfight: The Battle Over the Right to Bear Arms in America, points to an 1840 Alabama court that, in upholding its state ban, ruled it was a state’s right to regulate where and how a citizen could carry, and that the state constitution’s allowance of personal firearms “is not to bear arms upon all occasions and in all places.”

    Frontier towns with and without gun legislation were violent places, more violent than family-friendly farming communities and Eastern cities of the time, but those without restrictions tended to have worse violence. “I’ve never seen any rhetoric from that time period saying that the only thing that’s going to reduce violence is more people with guns,” says Winkler.

    As Dykstra wrote, frontier towns by and large prohibited the “carrying of dangerous weapons of any type, concealed or otherwise, by persons other than law enforcement officers.” Most established towns that restricted weapons had few, if any, killings in a given year.

    Vielen Dank für eure Arbeit und gute Besserung für Wolfgang!

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  12. Cara

    Toller Podcast! Ich schätze es sehr, dass ihr die Dinge so klar beim Namen nennt, das vermisse ich sonst so oft. Unsere moralischen Werte sind schon sehr „selektiv“. Auch der Punkt mit dem verspielten Vertrauen in Afrika -sehr interessant, vielen fehlt der Blick dafür. Arme Menschen werden ja grundsätzlich bin der Politik auch als „ohne Rechte und Stimme“ betrachtet.

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  13. Rantner

    Kurze Korrektur zu Stefans Aussage über New York City und dem Grund für die „Kälte“ vor Ort: New York City liegt fast auf der gleichen Höhe wie Barcelona und Rom, tatsächlich sogar leicht südlicher als die beiden, also bedeutend südlicher als Mailand. Und die haben dort auch den Golfstrom, dieser kommt ja aus dem Golf von Mexiko und auch wenn der Strom eine andere Richtung einschlägt, macht er das Wasser auch vor New York wärmer.
    Der Grund ist, dass der geographische Nordpol (Südpol natürlich auch) nicht gleichzusetzen ist mit dem physikalischen Pol. Dieser befindet sich quasi näher an Nordamerika als an Eurasien.

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    1. Rantner

      Korrektur an mich selber: Im Winter drücken die kalten Luftmassen von Richtung Kanada auch nach New York City und machen das Klima wiederrum kälter und der Golfstrom hat auf Grund der Windverhältnisse insgesamt keinen großen Einfluss. Die haben also kontinentales Klima, welches auf Grund des physikalischen Nordpols härter ist als bei uns.

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