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Wir lesen06/2022Documenta, Pflichtjahr, Arbeitskämpfe, Industrietag, Russland, Lamda

Die Freibäder sind endlich offen, aber Wolfgang geht nicht hin. Dabei geböte es die Hitze. Es ist warm, doch der Sommer beginnt er jetzt. So scheinen wir am Anfang einiger Probleme und Paradoxien zu stehen. Derzeit sind insbesondere elektronische Heizöfen ausverkauft. Die Auftragsbücher der Unternehmen sind voll, aber die Angst vor der Rezession sind groß. Wir besprechen heute die Turbulenzen durch Inflation, Arbeitskraftmangel und Krieg. Dabei hören wir in den Deutschen Industrietag hinein und in die Debatte, wie sie Putin bei seinem Petersburger Wirtschaftsforum führte.

Außerdem Besuchen wir die Documente im Geiste. Bazon Brock war wahrscheinlich auch nicht wirklich vor Ort. Er schlussfolgert aber klug über die Unterscheidung von Kunst und Kultur, mit der sich die freie Welt lange schmückte, aber die nun wohl endgültig ausgeräumt wurde. Er argumentiert es gut, aber aufwendig. Wenn man versteht, was er meint, kriegt man eine Gänsehaut. Außerdem heute: Die neuen Arbeitskämpfe, in Amerika und die Schaffenskraft der Jugend hierzulande, die man gerne in Pflichtsozialarbeit sähe.

Komm’ in den Salon. Es gibt ihn via Webplayer & RSS-Feed (zum Hören im Podcatcher deiner Wahl). Wenn du Salon-Stürmer bist, lade weitere Hörer von der Gästeliste ein.

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Wolfgang
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Stefan
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Mathias

10 Gedanken zu „Documenta, Pflichtjahr, Arbeitskämpfe, Industrietag, Russland, Lamda

  1. Anonymous

    Ich fahre sehr viel mehr Bus durch das 9 Euro Ticket, von daher bin ich grosser Fan und stimme euch zu, es sollte unbedingt bleiben.
    @wolfgang – Ich weiss aus Sternstunde Philosophie, dass du hast ein Smartphone für Instagram hast, nutze doch dieses und besorge dir ein Warnapp, das hilft gegen die ganzen Blitzer, ich finde es auch ungemein schwierig bei einer langen Fahrt, jede Geschwindigkeitsänderung zeitig wahrzunehmen. Über ein Signalton wird man erinnert 😀 die herzlichsten Grüße und vielen Dank für eure Arbeit. Elke

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  2. Pu

    Hallo,

    bin kein Fan der FDP, aber Christian Lindner als gefährlichsten Mann >>Europas zu bezeichnen ist niichtg angebracht in Zeiten in denen Putin einen Krieg im Europa angefangen hat. Ich verstehe das ihr eher frei sprecht, aber es dennoch angebracht, etwas auf seine Wortwahl zu achten.

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  3. Junikäferling

    Hallo Stefan (Yo Wolfi),

    bevor du mit Wolfgang lostigerst, um dir einen Anzug auszusuchen und zuschneidern zu lassen, bitte ich dich, dir folgende Infos dazu in Videoform anzuschauen (…also eigentlich eher Pflicht):

    – Handwerkskunst! | Wie man ein Sakko schneidert (40 min)
    https://www.youtube.com/watch?v=-ZEY_ZuCbZs

    Hier wird der vollständige Aufbau und die Anfertigung eines Sakkos gezeigt. Das Teil kostet dann 3.500 Euro – nur das Sakko kein kompletter Anzug. Du kannst dabei nachvollziehen und ermessen welche Arbeit man in so einem Kleidungsstück versenken kann/könnte, wenn man es wirklich darauf anlegte.

    – Kurzstrecke mit Pierre M. Krause | Torsten Sträter auf Maß-Mission (20 min)
    https://www.youtube.com/watch?v=v8UmTf5BC24

    Hier, und das wird tatsächlich eher dein kommendes Szenario mit Wolfgang werden, lassen sich der ausgebildete Herrenschneider Torsten Sträter und Pierre M. Krause einen Anzug konfektionieren. Ja, den Torsten Sträter, den du und Wolfgang, wegen seiner naiven gesellschaftlichen Problemlösungssterategien aufs Korn genommen habt. 🙂 Der kennt sich aber in Sachen Anzüge aus und das Vokabular, das man benötigt lernst du auch gleich.

    Viel Spaß!

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    1. Cornelius

      ARGH, ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil – ich dachte tatsächlich, es wäre nach dem griechischen Buchstaben benannt, sorry 🙂

    2. Kolle

      Genau genommen heißt es „LaMDA”, also mit Klein- und Großbuchstaben. Da es aber eine Abkürzung aus dem IT-Bereich (oder allg. MINT) ist, spielt es so und so keine Rolle, da Abkürzungen zu basteln, die irgendeinem anderen bekannten Wort nahe oder gleich kommen, ein Sport ist. Mein beobachteter Rekord war eine Abkürzung dritter Ordnung: d. h. eine Abkürzung aus Abkürzungen, die aus Abkürzungen bestand.

  4. Anonymous

    Zum Amazon-Thema eine Interessante Fußnote aus vergangenem Monat:

    Amazon befürchtet, dass sie bald keine neuen Arbeiter finden, ganz schlicht weil sie schon jeden einmal eingestellt hatten und die Personalfluktuation zu hoch ist (schlechte Arbeitsbedingungen und so).
    3% der Beschäftigen verlassen Amazon pro Woche, 150% pro Jahr. Nach nem Monat kennen die meisten ihre eigenen Co-Worker schon nicht mehr.

    Hier der Text dazu: https://www.theguardian.com/technology/2022/jun/22/amazon-workers-shortage-leaked-memo-warehouse

    Wenn keiner mehr in dem Schuppen arbeiten will, müssen die Gehälter zwangsläufig steigen. Andernfalls lässt sich das wohl nicht ertragen.

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  5. Niels

    Der Begriff „in Phase sein“ kommt vermutlich aus der Darstellung einer periodischen Funktion mit Phase (Winkel) und Amplituden.
    Am einfachsten kann man sich das wahrscheinlich vorstellen am Meer, wenn zwei Wellen am gleichen Ort ihren Peak haben, haben sie die gleiche Phase.
    Aber kurz zu dem Sprichwort: Nicht sicher, was es bedeuten soll. Je nach technischer Anwendung möchte man, dass man in Phase ist oder auch genau nicht in Phase sein.

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  6. Bubble-Sprenger

    Mir würde es einen Mehrwert bieten, wenn ihr mehr Quellen verlinkt.
    Aktuell bin ich wenn ich feststelle, dass eine Quelle/Sendung interessant ist erst Mal am zurückspielen u. Die Stelle zu finden wo ihr erwähnt was das ist

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  7. Amarok

    Einen generellen Dank für die politische Bildung und die Anstöße für kritisches Denken, die ihr in eurem Podcast liefert.

    Leider bin ich mit dem Hören der Folgen etwas hinterher, aber die Texte auf die ich verweise sind ja auch nicht mehr ganz frisch:
    Beim Thema Lamda musste ich an einen 50 Jahre alten Text von Stanislaw Lem denken, Non Serviam (Ich werde nicht dienen), in dem künstliche „Personoiden“ über die Allmacht Gotts philosophieren und ob ihm zu dienen sei. Der Witz dabei ist, dass die Sprache in der sie sich unterhalten auf der Sprache ihres Schöpfers (eines Forschers) basiert und darin das Wort und das Konzept „Gott“ schon angelegt ist. Daher können die Wesen gar nicht anders, als über diese Form von Gott zu reden.
    Der andere Lem-Text ist das Buch „Also sprach Golem“ (1981; das Wortspiel mit dem Autorennamen ist wohl kein Zufall) in der die Antritts- und die Abschiedsrede der KI Golem niedergeschrieben und kommentiert wird. In der Kommentierung wird eine Anekdote geschildert, in der Golem die nächsten paar Sätze eines Anwesenden voraussagt, dies aber trefflich als Pseudo-Determinismus entlarvt wird. So viel zur Aussagekraft von Big Data.
    Nur zwanzig Jahre alt ist Lems nicht-fiktionales Buch „Die Technologiefalle“ in dem er sich mit „künstlicher Intelligenz“, Biotechnologie und Gentechnik und der Rolle des Sci-Fi-Autors in der Bildung unseres Verständnisses davon auseinandersetzt. Unter anderem stellt er darin Überlegungen an, wie man eine „echte“ KI identifizieren kann (Anfertigung von akuraten Übersetzungen), auch wenn er zugibt, dass nicht einmal alle Menschen diese Tests bestehen könnten, aber zumindest das Potential dazu aufweisen.

    Randthema: Die physikalische Definition von „in Phase“ betrachtet die Verschiebung von Wellen gleicher Frequenz untereinander. Ich denke die Grundlage für „wissen, was Phase ist“ könnte aber einfach sein, dass es sich um eine Verkürzung der Aussage „wissen, in welcher Phase sich ein Vorgang gerade befindet“ handelt. „Phase“ nimmt ja hier die Rolle des Synonyms für „aktuell/akut/wichtig“ ein. Ein Zusammenhang zur physikalischen Bedeutung erschließt sich mir nicht.

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